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6/2-Wegeventil Hydraulik: Funktion, Schaltbild und Anschluss

Das 6/2-Wegeventil ist das klassische Umschaltventil der Mobilhydraulik: sechs Anschlüsse, zwei Schaltstellungen, meist als 12-Volt-Magnetventil für den Rohrleitungseinbau. Es lenkt den Ölstrom zwischen zwei Verbraucherpfaden um — etwa für einen dritten Steuerkreis am Frontlader oder die Hydraulik am Anhänger. Dieser Beitrag erklärt Aufbau, Schaltbild, Anschlussplan und die Auswahl nach Durchfluss, Spannung und Gewinde.

Was ein 6/2-Wegeventil ist und wofür man es braucht

Die Bezeichnung sagt schon alles: sechs gesteuerte Anschlüsse, zwei Schaltstellungen. Anders als ein einfaches Auf-zu-Ventil verteilt das 6/2-Wegeventil einen ankommenden Volumenstrom wahlweise auf den einen oder den anderen Abgang — und führt gleichzeitig den jeweiligen Rücklauf mit. Deshalb spricht man auch von einem Umschaltventil oder einer Einzelweiche. Wo die Grundlagen zum Lesen solcher Schaltzeichen fehlen, hilft der Überblick zu Aufbau, Funktion und Bauformen hydraulischer Wegeventile weiter.

Der typische Einsatz liegt in der Mobilhydraulik. Sie wollen mit einer einzigen Pumpenleitung zwei Funktionen bedienen, aber nie beide gleichzeitig? Genau dafür ist das Ventil gemacht. Ein Druck auf den Taster, der Magnet zieht an, und der Ölstrom springt vom Kipperzylinder auf den Anhängeranschluss. Ohne zweite Pumpe, ohne zweiten Kreis.

Aufbau, Anschlüsse und Schaltbild

Sechs Anschlüsse klingen nach viel, ordnen sich aber sauber. Es gibt den Druckanschluss P von der Pumpe, den Tankanschluss T zum Rücklauf, und zwei Verbraucherpaare — also je ein A und B pro umschaltbarem Pfad. In der einen Schaltstellung wird P auf den ersten Verbraucher gelegt und dessen Rücklauf auf T, in der anderen Stellung schaltet das Ganze auf den zweiten Verbraucher um. Der nicht aktive Pfad wird dabei gesperrt oder mit dem Tank verbunden, je nach Ausführung.

Im Schaltbild erkennen Sie das an zwei nebeneinanderstehenden Quadraten — eines pro Stellung. Pfeile zeigen, welcher Anschluss in welcher Stellung mit welchem verbunden ist; die Federrückstellung wird als Federsymbol an einer Seite, der Magnet als Spule an der anderen gezeichnet. Wichtig beim Lesen: Beschriftet wird die Ausgangsstellung, also die Position, in die das Ventil ohne Strom zurückfällt. Anders als ein 4/2-Wegeventil für doppeltwirkende Zylinder steuert das 6/2-Ventil keine zwei Bewegungsrichtungen eines Verbrauchers, sondern verteilt den Strom auf zwei getrennte Verbraucher.

Anschlussplan und elektrische Ansteuerung

Hier wird es in der Werkstatt konkret. Die meisten 6/2-Wegeventile sind elektromagnetisch betätigt und kommen mit 12 oder 24 Volt Gleichspannung — 12 Volt bei Pkw- und Anhängerelektrik, 24 Volt bei Lkw, Bagger und Landtechnik. Der Magnet sitzt auf einer Stirnseite, eine Rückstellfeder auf der anderen. Strom an: Das Ventil schaltet in die Arbeitsstellung. Strom weg: Die Feder schiebt den Kolben in die Ausgangsstellung zurück.

Elektrisch ist der Anschluss unkompliziert. Über einen genormten Gerätestecker, meist die Bauform nach DIN EN 175301-803 (früher als „Hirschmann-Stecker" geläufig), liegen Plus und Minus an der Magnetspule an. Auf die Polung kommt es bei der reinen Gleichstrom-Hubmagnetspule in der Regel nicht an, auf die richtige Spannung dagegen sehr — eine 12-Volt-Spule an 24 Volt brennt durch. Wer das Ventil dauerhaft schaltet, achtet zusätzlich auf die zulässige Einschaltdauer der Spule.

Neben der elektrischen gibt es auch rein mechanische 6/2-Umschaltventile, oft als Drehumschaltventil mit Handhebel. Die braucht keinen Strom, verlangt aber den Griff von Hand — sinnvoll überall dort, wo selten und bewusst umgeschaltet wird.

Typische Einsätze in der Mobilhydraulik

An der Maschine zeigt sich der Sinn des Ventils am deutlichsten. Der häufigste Fall ist der dritte Steuerkreis: Ein Traktor hat am Heck oft nur begrenzt Steuergeräte, und über ein 6/2-Wegeventil lässt sich ein vorhandener Kreis auf eine Zusatzfunktion umleiten — etwa vom Oberlenker auf einen hydraulischen Anhängerstützfuß. Am Frontlader schaltet es zwischen Werkzeugfunktionen um, am Kipper zwischen Aufbau und Anhänger.

Eingebaut wird meist direkt in die Rohrleitung, als sogenannte Rohrleitungs- oder Flanschventilausführung, mit BSP-Gewinden in 3/8 oder 1/2 Zoll. Geht es um mehr als nur zwei umschaltbare Pfade oder um mehrere unabhängig schaltbare Verbraucher, stößt das 6/2-Ventil an seine Grenze — dann führt der Weg zu mehrspuligen Lösungen wie dem 8/3-Wegeventil für mehrere Steuerkreise.

Das richtige 6/2-Wegeventil auswählen

Vier Größen entscheiden, und keine davon verzeiht einen Fehlgriff. Erstens die Durchflussmenge: Gängige Umschaltventile decken etwa 45 bis 80 l/min ab; liegt Ihr Volumenstrom darüber, steigt der Druckverlust spürbar, und das Ventil wird heiß. Zweitens das Anschlussgewinde — BSP 3/8 oder 1/2 Zoll sind Standard, müssen aber zur Verrohrung passen. Drittens die Spannung, 12 oder 24 Volt, abgestimmt auf das Bordnetz. Und viertens der maximale Betriebsdruck, üblicherweise um 250 bar; den nie knapp wählen.

Klingt nach viel Abwägung für ein simples Umschaltventil. Ist es aber nicht, sobald die vier Werte einmal stehen — dann ist die Auswahl in zwei Minuten erledigt. Die passenden Ausführungen für Rohrleitungseinbau, elektrisch wie mechanisch, finden Sie in der Kategorie der Hydraulik-Wegeventile. Wer beim Grundverständnis der Schaltstellungen und Betätigungsarten noch unsicher ist, findet die Einordnung im Grundlagenartikel zu hydraulischen Wegeventilen.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Ein elektromagnetisch oder mechanisch betätigter Kolben verschiebt sich zwischen zwei Schaltstellungen. In jeder Stellung wird der Pumpenstrom auf einen anderen Verbraucherpfad gelegt und dessen Rücklauf zum Tank geführt. So lässt sich mit einer Leitung zwischen zwei Funktionen umschalten.

Sechs gesteuerte Anschlüsse und zwei Schaltstellungen — daher die Bezeichnung 6/2. Üblich sind ein Druckanschluss P, ein Tankanschluss T und zwei Verbraucherpaare für die beiden umschaltbaren Pfade.

Das Magnetventil schaltet elektrisch per 12- oder 24-Volt-Spule und eignet sich für häufiges oder ferngesteuertes Umschalten. Das mechanische Drehumschaltventil wird von Hand betätigt, braucht keinen Strom und passt dort, wo selten umgeschaltet wird.

Das richtet sich nach dem Bordnetz: 12 Volt bei Pkw- und Anhängertechnik, 24 Volt bei Lkw, Baumaschinen und Landtechnik. Eine 12-Volt-Spule darf nicht an 24 Volt betrieben werden, sonst brennt sie durch.

Es leitet einen vorhandenen Steuerkreis auf eine Zusatzfunktion um, wenn am Fahrzeug nicht genug eigene Steuergeräte vorhanden sind — etwa am Traktor oder Frontlader, um eine weitere hydraulische Funktion ohne zweiten Kreis zu bedienen.

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