Was der neue HYDAC Standard für Ihre Ersatzteilbestellung bedeutet
Das Szenario kennen viele Instandhalter: Ein Filter muss gewechselt werden, das Ersatzelement wird wie immer bestellt, und beim Einbau sitzt es nicht. Kein Transportschaden, keine Falschlieferung – sondern eine Änderung, die HYDAC in seiner Filterelementtechnik eingeführt hat und die man kennen muss, bevor der Stillstand teuer wird.
Wir arbeiten regelmäßig mit diesen Umstellungen und haben die wichtigsten Punkte zusammengestellt.
Woran Sie den neuen Standard erkennen
Die Kennzeichnung ist unauffällig, aber eindeutig:
Beim Komplettfilter steht sie in der Änderungszahl am Ende des Typenschlüssels. Aus einer 1.1 oder 1.0 wird eine 1.5.
Beim Filterelement steckt sie in der Baugröße: die letzte Stelle wird zur 7. Aus einer 0160 wird eine 0167, aus einer 1300 eine 1307. Zwei Zeichen Unterschied im Typenschlüssel – und ein handfester Unterschied im Ersatzteillager.
Betroffen sind unter anderem Druck- und Leitungsfilter der Baureihen DF, DFF, DFP, LF, LFF, MDF, FLND und FMND sowie Rücklauf- und Nebenstromfilter der Baureihen RF, RFL, RFD und NF. Ob Ihre Baugröße dazugehört, hängt vom konkreten Filter ab.
Die Kompatibilität geht nur in eine Richtung
Das ist der Punkt, der in der Praxis die Probleme macht:
- Ein Element im neuen Standard (
xxx7) passt in alte und neue Gehäuse. - Ein Element im alten Standard (
xxx0) passt nur in alte Gehäuse.
Für Sie heißt das: Wer auf ein Gehäuse mit Änderungszahl 1.5 umstellt, muss die Elemente mitumstellen. Der alte Bestand lässt sich dort nicht aufbrauchen. Und wer Restbestände alter Elemente im Lager hat, sollte wissen, für welche Gehäuse sie noch taugen – bevor sie zum Ladenhüter werden.
Umgekehrt ist die gute Nachricht: Wenn Sie ohnehin Elemente nachbestellen und auf den neuen Stand gehen, sind Sie in beiden Welten lieferfähig. Die äußeren Anschlussmaße und Abmessungen der Komplettfilter bleiben unverändert, die Filterleistung bleibt auf dem bekannten Niveau.
„Drehen statt stecken"
In bestimmten Baugrößen und Baureihen hat sich die Bauform des Elements durch einen integrierten Systemschutz geändert. Der Elementwechsel erfolgt dort nicht mehr durch Stecken, sondern durch Drehen.
Auf Betrieb und technische Leistungsdaten hat das keinen Einfluss – auf die Montage schon. Wichtig: Wo diese Bauform greift, ist die Kompatibilität strenger als die Regel oben. Steckbare und drehbare Elemente sind dann nicht untereinander austauschbar, in keine Richtung. Wenn Sie an einem Filter zum ersten Mal ein Element mit Gewinde in der Hand halten, ist das kein Grund zur Sorge, aber ein Grund zur Prüfung.
Bestellung läuft über die Materialnummer
Bisher stand der Typenschlüssel auf dem Element und man konnte danach bestellen. Im neuen Qualitätsstandard wird stattdessen die HYDAC Materialnummer angezeigt – und seit dem 1. Februar 2024 laufen Bestellungen nur noch über diese Nummer.
Praktische Folge: Der Typenschlüssel bleibt für die technische Klärung nützlich, reicht aber zur Bestellung nicht mehr. Die Materialnummer lässt sich außerdem nicht aus dem Typenschlüssel berechnen – sie muss nachgeschlagen werden. Wer seine Standardelemente jetzt einmal saubermacht und die Nummern im Instandhaltungssystem hinterlegt, spart sich das bei jedem Wechsel neu.
Aufpassen beim Wechsel der Elementtechnologie
Häufig fällt die Standardumstellung mit einem zweiten Schritt zusammen: dem Wechsel der Elementgeneration. HYDAC hat Betamicron über Optimicron zu SUSTAINMICRON weiterentwickelt, mit spürbaren Vorteilen beim Differenzdruck und damit bei den Energiekosten.
Ein solcher Wechsel ist aber nicht automatisch ein 1:1-Ersatz. Zwei Dinge sollten Sie dabei immer prüfen lassen:
Die Druckstufe. Die Betamicron-Variante BH4HC ist für deutlich höhere Kollapsberstdrücke ausgelegt als die aktuellen Standardgenerationen. Wer hier ohne Prüfung tauscht, verliert Reserve, die möglicherweise gebraucht wird.
Die Filterfeinheit. Nicht jede Feinheit ist in jeder Generation verfügbar. Wer heute mit 15 µm oder 25 µm fährt, findet in der aktuellen Generation nicht zwangsläufig dieselbe Stufe wieder und muss sich zwischen feiner und gröber entscheiden – mit Folgen für Reinheitsklasse und Standzeit.
Beides sind Auslegungsfragen, keine Bestellfragen. Sie gehören vor die Bestellung, nicht danach.
Was wir empfehlen
Bestand aufnehmen. Welche Filter mit welchen Elementen laufen bei Ihnen, und welche stehen im Umstellungsumfang? Diese Liste ist die halbe Arbeit.
Materialnummern hinterlegen. Einmal nachschlagen, dauerhaft im System.
Bei Elementen anderer Hersteller hilft das HYDAC Betterfit-Tool: Sie geben den vorhandenen Typenschlüssel ein und erhalten die passende HYDAC Materialnummer. Die Suche funktioniert auch mit Bruchstücken des Typenschlüssels und mit * als Platzhalter. Ein Hinweis dazu: Das Tool sucht ausschließlich von Element zu Element. Wenn Sie nur Angaben zum Gehäuse haben, kommen Sie damit nicht weiter – dann ist eine direkte Anfrage der schnellere Weg.
Bei Druckstufe und Feinheit nachfragen. Lieber eine Rückfrage als ein kollabiertes Element.
Die verbindlichen Angaben stehen in den aktuellen HYDAC Prospekten und Produktinformationen – im HYDAC Download Center und über die Produktinformationsabfrage. Prospektstände unterscheiden sich, und gerade bei einer laufenden Umstellung lohnt der Blick auf das Datum des Dokuments, das man gerade liest





