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Rillenkugellager-Tabelle nach DIN 625

Eine Rillenkugellager-Tabelle nach DIN 625 listet die genormten Maße für Bohrung, Außendurchmesser und Breite aller einreihigen Rillenkugellager. Die Norm umfasst DIN 625-1 für einreihige Lager und DIN 625-3 für Bauformen mit Flansch und definiert das Maßraster vom Miniaturlager bis weit über 600 mm Außendurchmesser. Bei Partbase finden Sie Rillenkugellager der Reihen 60, 62, 63 und 68 von SKF, Schaeffler, FAG und INA in offener, gedichteter oder abgedeckter Ausführung.

DIN 625 als Norm für Rillenkugellager

DIN 625 ist die deutsche Industrienorm für Maße und Toleranzen einreihiger Rillenkugellager und seit Jahrzehnten der Bezugspunkt für Konstruktion, Beschaffung und Instandhaltung. Sie legt für jede Bohrung einen Außendurchmesser, eine Breite, eine Lagerluftklasse und eine Toleranzklasse fest, sodass ein Lager der Bezeichnung 6204 bei jedem Hersteller dieselben Außenmaße hat. Daraus folgt der wichtigste praktische Vorteil der Norm: Lager der gleichen Bezeichnung sind herstellerübergreifend austauschbar. Die Tabellen in diesem Beitrag fassen die wichtigsten Reihen 60, 62, 63, 68 und 619 zusammen und zeigen, wie sich aus der Bezeichnung sofort die geometrische Größe ableiten lässt.

Die Norm DIN 625 gliedert sich in mehrere Teile. DIN 625-1 ist der Hauptteil für einreihige Rillenkugellager und enthält die Maßreihen 16, 18, 19, 60, 62, 63 und 64. DIN 625-3 deckt einreihige Lager mit Flansch am Außenring ab. Die Maße der Norm decken Bohrungen von wenigen Millimetern bis über 1.500 mm ab und bilden damit praktisch jede Anwendung im allgemeinen Maschinenbau ab. Ergänzt wird DIN 625 durch ISO 15, die das Bezeichnungssystem global einheitlich regelt, und durch DIN 620 für die Maß- und Lauftoleranzen.

Die Maßreihen unterscheiden sich in der Querschnittsdicke des Rings, also im Verhältnis zwischen Bohrung und Außendurchmesser. Die Reihe 60 ist die schmalere mittlere Bauform, die Reihe 62 ist breiter und kräftiger, die Reihe 63 hat den größten Querschnitt und die höchste Tragzahl. Die Reihe 64 ist die schwerste Variante für besonders hohe Lasten. Die Dünnringreihen 16, 18, 19, 68 und 619 dagegen reduzieren den Querschnitt auf ein Minimum und kommen dort zum Einsatz, wo der Bauraum knapp ist.

Aus diesem Aufbau ergibt sich die zweite Eigenschaft, die für die Tabellenarbeit zentral ist. Die letzten beiden Ziffern der Bezeichnung verschlüsseln die Bohrung. Bei Bezeichnungen ab 04 wird die Bohrung in Millimetern berechnet, indem die letzten beiden Ziffern mit fünf multipliziert werden. Ein 6204 hat also 20 mm Bohrung, ein 6308 hat 40 mm. Mit dieser Regel und der nachfolgenden Tabelle lässt sich jede Lagerbezeichnung sofort einer Geometrie zuordnen.

Rillenkugellager-Tabelle der Standardserien 60, 62 und 63

Die drei wichtigsten Reihen im allgemeinen Maschinenbau sind 60, 62 und 63. Sie decken den überwiegenden Teil aller Anwendungen ab, von Lüftermotoren bis zu schweren Industrieantrieben. Alle Werte in den folgenden Tabellen folgen DIN 625-1, mit d für die Bohrung, D für den Außendurchmesser und B für die Lagerbreite, jeweils in Millimetern.

Reihe 60

Bezeichnung

d (mm)

D (mm)

B (mm)

6000

10

26

8

6001

12

28

8

6002

15

32

9

6003

17

35

10

6004

20

42

12

6005

25

47

12

6006

30

55

13

6007

35

62

14

6008

40

68

15

6009

45

75

16

6010

50

80

16

6011

55

90

18

6012

60

95

18

6013

65

100

18

6014

70

110

20

6015

75

115

20

6016

80

125

22

6017

85

130

22

6018

90

140

24

6019

95

145

24

6020

100

150

24

Die Reihe 60 ist die mittlere Standardbauform für Wellen von 10 mm bis 100 mm. Typische Einsatzfelder sind Lüftermotoren, kleinere Pumpen und Getriebewellen mit moderater Belastung. Bei einer Welle von 25 mm Durchmesser greift man entsprechend zum 6005 mit 47 mm Außendurchmesser und 12 mm Breite.

Reihe 62

Bezeichnung

d (mm)

D (mm)

B (mm)

6200

10

30

9

6201

12

32

10

6202

15

35

11

6203

17

40

12

6204

20

47

14

6205

25

52

15

6206

30

62

16

6207

35

72

17

6208

40

80

18

6209

45

85

19

6210

50

90

20

6211

55

100

21

6212

60

110

22

6213

65

120

23

6214

70

125

24

6215

75

130

25

6216

80

140

26

6217

85

150

28

6218

90

160

30

6219

95

170

32

6220

100

180

34

Die Reihe 62 ist die meistverbreitete Bauform überhaupt und der Standard für Elektromotoren, Pumpen und Industrieantriebe. Bei gleicher Bohrung wie die Reihe 60 liegt der Außendurchmesser deutlich höher, was eine größere Tragzahl ergibt. Ein 6205 mit 25 mm Bohrung und 52 mm Außendurchmesser zählt zu den am häufigsten verbauten Lagern weltweit. In der Praxis findet sich die Reihe 62 in fast jeder Antriebsstufe von 10 mm bis 100 mm Wellendurchmesser.

Reihe 63

Bezeichnung

d (mm)

D (mm)

B (mm)

6300

10

35

11

6301

12

37

12

6302

15

42

13

6303

17

47

14

6304

20

52

15

6305

25

62

17

6306

30

72

19

6307

35

80

21

6308

40

90

23

6309

45

100

25

6310

50

110

27

6311

55

120

29

6312

60

130

31

6313

65

140

33

6314

70

150

35

6315

75

160

37

6316

80

170

39

6317

85

180

41

6318

90

190

43

6319

95

200

45

6320

100

215

47

Die Reihe 63 ist die schwerste Standardbauform und kommt in Schwerlastgetrieben, Walzwerken, Hubgeräten und ähnlichen Anwendungen zum Einsatz. Die dynamische Tragzahl liegt rund 30 % bis 50 % über der Reihe 62 bei gleicher Bohrung. Ein 6306 trägt bei 30 mm Welle damit dauerhaft mehr Last als der vergleichbare 6206. In der Praxis bedeutet das einen größeren Sicherheitsfaktor und längere Lebensdauer bei stoß- und wechselbelasteten Anwendungen.

Dünnring-Rillenkugellager der Serien 68 und 619

Neben den Standardreihen führt DIN 625-1 mehrere Dünnringserien für engen Bauraum. Die wichtigsten sind die 68er-Reihe und die 619er-Reihe. Beide haben einen deutlich kleineren Querschnitt als die Reihen 62 oder 63 und werden in Robotik, Werkzeugmaschinenspindeln, Stellantrieben und in der Feinwerktechnik eingesetzt.

Reihe 68 (Dünnring)

Bezeichnung

d (mm)

D (mm)

B (mm)

6800

10

19

5

6801

12

21

5

6802

15

24

5

6803

17

26

5

6804

20

32

7

6805

25

37

7

6806

30

42

7

6807

35

47

7

6808

40

52

7

6809

45

58

7

6810

50

65

7

6811

55

72

9

6812

60

78

10

6813

65

85

10

6814

70

90

10

6815

75

95

10

6816

80

100

10

Reihe 619

Bezeichnung

d (mm)

D (mm)

B (mm)

61900

10

22

6

61901

12

24

6

61902

15

28

7

61903

17

30

7

61904

20

37

9

61905

25

42

9

61906

30

47

9

61907

35

55

10

61908

40

62

12

61909

45

68

12

61910

50

72

12

61911

55

80

13

61912

60

85

13

61913

65

90

13

61914

70

100

16

61915

75

105

16

61916

80

110

16

Die 68er-Reihe ist die schlankste der Standardreihen und reduziert die Lagerbreite auf wenige Millimeter. Bei einer 50-mm-Welle liegt die Breite eines 6810 bei nur 7 mm, während ein 6210 derselben Bohrung 20 mm Breite hat. Diese Reduktion lohnt sich überall dort, wo die Welle axial dicht steht und keine zusätzliche Tragzahl gefordert ist.

Die 619er-Reihe steht in der Tragzahl zwischen Reihe 60 und Reihe 68. Sie ist eine sinnvolle Wahl, wenn der 68er zu schwach wäre, der 60er aber nicht ins Gehäuse passt. Auch in elektrisch isolierten Lagerstellen, in Hochdrehzahlspindeln und in der Robotik ist die 619er häufig die erste Wahl. Beide Schmalbauserien sind nach DIN 625-1 mit denselben Toleranzen wie die Standardreihen normiert. Anschluss- und Sitzmaße verhalten sich identisch, lediglich der Bauraum ist enger und die Tragzahl geringer.

Bezeichnungssystem und Nachsetzzeichen für Rillenkugellager

Die Bezeichnung eines Rillenkugellagers folgt einem festen Schema nach ISO 15. Aus der Bezeichnung lassen sich Bauform, Maßreihe, Bohrung und Sonderausstattung ablesen. Das System ist herstellerübergreifend gleich und macht den direkten Vergleich zwischen SKF, Schaeffler, FAG und INA möglich.

Eine typische Bezeichnung wie 6204-2RS-C3 zerlegt sich folgendermaßen. Die erste Ziffer 6 steht für ein einreihiges Rillenkugellager. Die zweite Ziffer 2 markiert die Maßreihe, hier die kräftigere 62er-Reihe. Die letzten beiden Ziffern 04 verschlüsseln die Bohrung über die Multiplikation mit 5, also 20 mm. Der Suffix 2RS bedeutet beidseitig mit elastomerer Dichtscheibe. Der Suffix C3 weist eine größere Lagerluft als die Standardklasse aus. Diese Reihenfolge — Bauform, Maßreihe, Bohrung, Suffixe — bleibt herstellerübergreifend stabil.

Die wichtigsten Nachsetzzeichen werden hinter der Hauptbezeichnung ergänzt:

  • 2Z oder ZZ: beidseitig mit Stahldeckscheibe, berührungsfrei
  • 2RS, 2RSR, 2RSH, DDU: beidseitig mit elastomerer Dichtscheibe (NBR oder FKM)
  • C2, CN, C3, C4, C5: Lagerluftklassen, von eng bis sehr groß
  • P6, P5, P4: Genauigkeitsklassen, von Standard bis Präzision
  • TN9, TVH: Polyamid-Käfig (PA66) statt Stahlblech
  • MA, M: Messingkäfig für hohe Lasten oder Drehzahlen

Diese Suffixe sind in der Praxis entscheidend, weil zwei Lager mit identischer Hauptbezeichnung in den Eigenschaften deutlich abweichen können. Ein 6205 unterscheidet sich von einem 6205-2RS-C3 nur im Suffix, im Verhalten aber stark. Beim Bestellen über Hersteller hinweg lohnt es sich, den vollständigen Bezeichnungscode zu vergleichen, weil SKF und Schaeffler/FAG für dieselbe Eigenschaft leicht abweichende Suffixe verwenden, etwa 2RSH gegenüber 2RSR. Auch die Reihenfolge der Suffixe kann sich unterscheiden: SKF schreibt 6205-2RSH-C3, FAG dagegen 6205-2RSR-C3. Beide Lager sind funktional identisch.

Toleranzen und Lagerluft beim Rillenkugellager

Neben den geometrischen Maßen sind beim Rillenkugellager auch Toleranzen und Lagerluft normiert. Beide Werte stehen nicht in der Maßtabelle, beeinflussen aber das Laufverhalten erheblich. Die Toleranzen für Bohrung, Außendurchmesser und Breite sind in DIN 620 geregelt und ergeben in der Standardklasse P0 eine Maßabweichung von wenigen Mikrometern. Höhere Klassen P6, P5 und P4 reduzieren die Toleranz weiter und werden in Werkzeugmaschinen, Mess- und Regelantrieben sowie in Spindeln eingesetzt.

Die Lagerluft beschreibt das Spiel zwischen Kugeln und Laufrillen im unverbauten Zustand. Sie wird in Klassen angegeben, von C2 (kleiner als normal) über CN (Normal) bis C3, C4 und C5 (größer). Standard ist CN für gleichmäßige Belastung bei Raumtemperatur. C3 ist die häufigste Sonderwahl für Elektromotoren mit dichter Wicklung, weil dort die Welle thermisch wächst und ein Standardspiel zur Verspannung führt. C4 wird bei extrem heißen oder Pressfit-Anwendungen eingesetzt, etwa in Walzwerken oder Heißluftgebläsen.

In der Praxis wirkt sich die Lagerluft direkt auf Lebensdauer, Geräusch und Temperatur aus. Eine zu enge Lagerluft erzeugt Reibung und Wärme, eine zu weite reduziert die Tragfähigkeit und erzeugt Schlaggeräusche. Bei der Auswahl aus der Tabelle ist die Bohrung der erste Filter, die Reihenwahl bestimmt die Tragzahl, die Lagerluftklasse passt das Lager an die thermische und mechanische Umgebung an.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Die DIN 625 ist die deutsche Industrienorm für Maße und Toleranzen einreihiger Rillenkugellager. Sie umfasst mehrere Teile: DIN 625-1 für einreihige Rillenkugellager und DIN 625-3 für Rillenkugellager mit Flansch am Außenring. Die Norm legt Bohrung, Außendurchmesser und Breite jeder Lagerbezeichnung fest. Damit ist sichergestellt, dass ein Lager der gleichen Bezeichnung herstellerübergreifend austauschbar ist. Ergänzend gilt ISO 15 für das Bezeichnungssystem und DIN 620 für die Maß- und Lauftoleranzen.

Bei Bezeichnungen ab 04 ergibt sich die Bohrung in Millimetern, indem die letzten beiden Ziffern mit fünf multipliziert werden. Ein 6204 hat also 20 mm, ein 6306 hat 30 mm, ein 6310 hat 50 mm. Für die kleineren Bohrungen gelten feste Werte: 00 entspricht 10 mm, 01 entspricht 12 mm, 02 entspricht 15 mm, 03 entspricht 17 mm. Diese vier Codes lassen sich nicht über die Multiplikationsregel berechnen und sollten auswendig bekannt sein.

Die Auswahl folgt der erwarteten Belastung. Die Reihe 60 ist für leichte Anwendungen mit moderater Tragzahl gedacht, etwa Lüftermotoren oder kleinere Pumpen. Die Reihe 62 ist der Standard für die meisten Elektromotoren, Industrieantriebe und Pumpen. Die Reihe 63 trägt bei gleicher Bohrung deutlich mehr Last und kommt in Schwerlastgetrieben, Walzwerken und Hubgeräten zum Einsatz. Bei knappem Bauraum ist die Schmalbauserie 68 oder 619 die richtige Wahl, beide reduzieren die Breite auf wenige Millimeter.

Ja, Lager der gleichen DIN-625-Bezeichnung sind herstellerübergreifend austauschbar, solange Maßreihe und Bohrung übereinstimmen. Ein 6205 von SKF passt geometrisch in dieselbe Lagerstelle wie ein 6205 von FAG, INA oder Schaeffler. Unterschiede gibt es bei den Suffixen für Dichtung, Lagerluft oder Käfigwerkstoff, die teilweise herstellerspezifisch geschrieben werden. Beim Tausch ist daher der vollständige Bezeichnungscode inklusive Suffix zu vergleichen. In der Praxis hilft ein Datenblatt-Abgleich, weil dynamische Tragzahlen zwischen Marken um wenige Prozent variieren können.

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