Hydraulikpumpen
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Luft im Hydrauliksystem ist die häufigste Ursache für stotternde Bewegungen, heulende Geräusche und vorzeitigen Pumpenverschleiß. Nach jedem Ölwechsel, Schlauchtausch oder Pumpenausbau gelangt Luft in den Kreislauf — und wenn sie nicht entfernt wird, beginnt innerhalb weniger Betriebsstunden Kavitation, die die Pumpe von innen zerfrisst. Diese Anleitung zeigt, wann eine Hydraulikpumpe entlüftet werden muss, wie das Schritt für Schritt funktioniert und was zu tun ist, wenn die Pumpe nach dem Befüllen nicht von selbst ansaugt.
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Eine Hydraulikpumpe ist auf eine ungebrochene Ölsäule an der Saugseite angewiesen. Wer den mechanischen Hintergrund dazu vertiefen will, findet ihn im Überblick zu Aufbau und Funktionsweise von Hydraulikpumpen. Hier geht es um die praktischen Folgen: sobald Luft mitgefördert wird, entstehen im Druckbereich der Pumpe Gasblasen, die schlagartig implodieren — Kavitation. Diese Implosionen schlagen mikroskopische Krater in Zahnflanken, Steuerscheiben und Kolbenlaufflächen.
Welche Symptome dabei auftreten — vom typischen Pfeifen bis zum ruckelnden Verbraucher — beschreibt der weiterführende Artikel zu defekten Hydraulikpumpen und ihren Symptomen. Wer die Geräusche kennt, erkennt ein nicht entlüftetes System sofort.
Neben der mechanischen Zerstörung führt Luft im System zu drei weiteren Problemen: ruckelnder, unkontrollierbarer Bewegung am Verbraucher; Druckaufbau, der nicht zustande kommt oder einbricht; und Schaumbildung im Tank, die das gesamte Öl im Kreislauf unbrauchbar macht.
Eine Pumpe braucht eine Entlüftung nach allen Arbeiten, die den geschlossenen Ölkreislauf öffnen. Die typischen Anlässe:
In allen diesen Fällen ist Entlüften kein Optionsschritt, sondern Teil der Inbetriebnahme.
Die Reihenfolge ist immer dieselbe, unabhängig von Maschinentyp und Pumpenbauart. Kleine Variationen ergeben sich nur durch die Bauart der Pumpe und die Position der Entlüftungsschrauben.
1. Ölstand prüfen und Tank befüllen. Tank bis zur oberen Markierung mit dem vorgeschriebenen Hydrauliköl füllen. Nur sauberes, gefiltertes Öl verwenden — Schmutzeintrag beim Befüllen ist eine der häufigsten Ursachen für späten Pumpenausfall.
2. Entlüftungsschraube an der Pumpe öffnen. Die meisten Industriepumpen haben am Pumpengehäuse oben eine Entlüftungs- oder Befüllungsschraube. Diese öffnen, bis Öl ohne Luftblasen austritt. Bei selbstansaugenden Pumpen reicht das oft schon, bei nicht selbstansaugenden muss das Pumpengehäuse vor dem Start vollständig mit Öl gefüllt werden — sonst läuft die Pumpe trocken an und ist nach wenigen Sekunden defekt.
3. Saugleitung prüfen. Alle Saugverschraubungen, die offen waren, kurz lösen und wieder festziehen, bis Öl austritt. Eine undichte Saugleitung zieht Luft ins System, ohne dass äußerlich Öl austritt — das macht sie so heimtückisch.
4. Pumpe ohne Last starten. Antrieb einschalten und die Pumpe für etwa 30 Sekunden im Leerlauf laufen lassen. Druckbegrenzungsventil falls möglich auf niedrigsten Wert stellen oder Verbraucher in Mittelstellung. Bei dieser Phase darf die Pumpe nicht gegen den Anschlag arbeiten — sie soll Öl umwälzen, nicht Druck aufbauen.
5. Verbraucher mehrfach durchfahren. Zylinder ganz aus- und einfahren, Hydraulikmotoren langsam laufen lassen. Jede Bewegung verdrängt Luft aus den Leitungen und Zylinderkammern zurück zum Tank. Anfangs typischerweise stotternde, ruckende Bewegung — das verschwindet nach drei bis fünf Vollzyklen.
6. Entlüftungsschrauben an Verbrauchern nutzen. Hydraulikzylinder haben oft eigene Entlüftungsschrauben am höchsten Punkt. Diese kurz öffnen, bis blasenfreies Öl austritt, wieder schließen. Bei doppeltwirkenden Zylindern beide Seiten entlüften.
7. Ölstand nachfüllen. Nach dem Entlüften ist der Ölstand im Tank gesunken, weil das verdrängte Volumen jetzt in den Leitungen und Zylindern steht. Bis zur oberen Markierung nachfüllen, dabei nochmal kurz alle Bewegungen durchfahren.
8. Kontrolllauf. Mindestens fünf Minuten unter normaler Last laufen lassen, dabei auf Geräuschentwicklung achten. Heulen oder Pfeifen weist auf restliche Luft hin — Schritte 4 bis 7 wiederholen.
Nicht jede Pumpe saugt sich Öl von selbst aus dem Tank. Welche Vorbereitung nötig ist, hängt vom Pumpentyp ab — und genau hier passieren die meisten Fehler bei Inbetriebnahmen.
Selbstansaugende Pumpen — die meisten Zahnradpumpen und einfache Flügelzellenpumpen. Sie bauen beim Anlauf den nötigen Saugunterdruck selbst auf und ziehen Öl aus dem Tank, wenn die Saugleitung nicht zu lang und nicht zu hoch geführt ist. Ein paar Tropfen Öl im Pumpengehäuse genügen als Anlaufschmierung.
Nicht selbstansaugende Pumpen — die meisten Axialkolben- und Radialkolbenpumpen, vor allem Hochdruckausführungen. Diese müssen vor dem Start vollständig mit Öl gefüllt werden. Bei Open-Loop-Anwendungen geschieht das über die Entlüftungsschraube am Pumpengehäuse, bei Closed-Loop-Antrieben oft über eine Speisepumpe, die den Hauptkreis vorfüllt. Wer eine Axialkolbenpumpe trocken anlaufen lässt, hat innerhalb von Sekunden einen Lagerschaden oder eine zerstörte Steuerscheibe.
Bei Unsicherheit gilt: lieber einmal zuviel das Pumpengehäuse durch die Entlüftungsschraube füllen, als die Pumpe trocken anlaufen lassen.
Manchmal läuft die Pumpe nach gewissenhaftem Entlüften trotzdem nicht sauber an. Diese Punkte gehen Sie in dieser Reihenfolge durch:
Drehrichtung prüfen. Klassiker nach Elektroarbeit. Eine falsch angeschlossene Phase und die Pumpe baut keinen Druck auf — die meisten Hydraulikpumpen sind drehrichtungsabhängig. Pfeil am Pumpengehäuse beachten.
Saugleitung auf Dichtheit prüfen. Bei laufender Pumpe alle Saugverschraubungen mit dem Finger oder einem Stück Karton abdecken. Wenn das Geräusch leiser wird, zieht die Leitung dort Luft. Ein Tropfen Öl an der Verschraubung reicht oft, um eine kleine Undichtigkeit zu zeigen — die Saugleitung steht meist unter Unterdruck, deshalb fließt nichts heraus, sondern Luft hinein.
Saugfilter und Saugkorb prüfen. Verstopfter Filter oder zugesetzter Saugkorb erzeugen Unterdruck und Kavitationsgeräusch trotz vollständig entlüftetem System.
Ölviskosität bei Kälte. Bei Außentemperaturen unter dem Anwendungsbereich des Öls wird die Saugleitung praktisch dicht. Pumpe vorwärmen oder Öl mit niedrigerer Viskositätsklasse einsetzen.
Bei nicht selbstansaugenden Pumpen: Pumpengehäuse erneut füllen. Wenn die Pumpe trotz Erstbefüllung nicht ansaugt, ist beim Anlauf wieder Luft eingedrungen. Anlauf wiederholen mit komplett gefülltem Gehäuse und kurz pulsierender Drehrichtung.
Ersatzteile wie Saugfilter, Wellendichtringe und Tauschpumpen finden Sie in der Kategorie Hydraulikpumpen.
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Eine defekte Hydraulikpumpe stellt jeden Betrieb vor dieselbe Frage: reparieren oder ersetzen? Die Antwort hängt nicht am persönlichen Geschmack, sondern an Bauart, Größe, Verfügbarkeit und Stundenlohn. Eine 200-Euro-Zahnradpumpe vom Anhänger ist eine andere Rechnung als eine 4.000-Euro-Axialkolbenpumpe aus dem Baggerarm. Dieser Ratgeber zeigt, welche Reparaturen technisch möglich sind, was sie kosten und wann der Austausch wirtschaftlich die bessere Wahl ist — mit konkreten Preisspannen statt vager „kommt darauf an"-Antworten.
Eine Hydraulikpumpe verabschiedet sich selten von einer Sekunde auf die nächste. Meistens kündigt sie ihren Ausfall an — durch ein Geräusch, einen Druckverlust, eine Bewegung, die nicht mehr sauber läuft. Wer die Symptome richtig liest, spart sich teure Folgeschäden und stellt fest, ob die Pumpe wirklich am Ende ist oder ob ein anderes Bauteil im Kreislauf das Problem verursacht. Dieser Ratgeber sortiert die häufigsten Ausfallsymptome nach Gruppen, beschreibt, welche Ursachen dahinter stecken, und zeigt, was Sie prüfen sollten, bevor Sie die Pumpe zerlegen oder austauschen.
Fragen & Antworten
Tank befüllen, Entlüftungsschraube an der Pumpe öffnen bis Öl ohne Blasen austritt, Pumpe ohne Last starten, dann Verbraucher mehrfach durchfahren. Nach jedem Durchgang Ölstand kontrollieren. Bei nicht selbstansaugenden Pumpen muss das Pumpengehäuse vor dem Anlauf vollständig mit Öl gefüllt werden.
Die Pumpe entwickelt Kavitation — kleine Gasblasen implodieren im Druckbereich und fressen die Innenteile von innen ab. Symptomatisch sind heulende oder pfeifende Geräusche, ruckelnde Bewegungen am Verbraucher und schaumiges Öl im Tank. Wird nicht entlüftet, ist die Pumpe nach wenigen Betriebsstunden defekt.
Im Normalbetrieb gar nicht — nur nach Eingriffen, die den Kreislauf öffnen: Ölwechsel, Pumpentausch, Schlauchwechsel, Zylinderreparatur, Saugfilterwechsel. Eine korrekt entlüftete Anlage bleibt jahrelang luftfrei, solange keine Saugleitung undicht wird.
Bei einer einfachen Anlage mit einem Zylinder zehn bis fünfzehn Minuten. Bei komplexen Maschinen mit mehreren Verbrauchern, langen Leitungswegen oder hochgelegenen Zylindern auch eine bis zwei Stunden, weil jeder Verbraucher einzeln durchgefahren werden muss.
Bei kurzen, fallend zum Tank verlegten Saugleitungen reicht das Befüllen des Tanks. Bei langen oder steigenden Saugleitungen die höchste Stelle der Leitung kurz lösen, bis Öl austritt — sonst bleibt dort eine Luftblase, die beim Anlauf in die Pumpe wandert.
Drehrichtung prüfen, Saugleitung auf Dichtheit kontrollieren, Saugfilter sichten, Ölviskosität bei kalter Anlage prüfen. Bei nicht selbstansaugenden Pumpen das Pumpengehäuse erneut über die Entlüftungsschraube vollständig befüllen und Anlauf wiederholen.
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