Nadellager
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Wer zum ersten Mal einen Nadellager-Katalog aufschlägt, steht vor einem Kürzel-Dickicht: NK, NKI, NA, HK, RNA, IR. Dahinter steckt ein logisches System, das sich in fünf Minuten erschließt. Dieser Beitrag zeigt Konstrukteuren und Einkäufern, mit welchen drei Maßen jedes Nadellager beschrieben wird, was die Bezeichnungen bedeuten, nach welchen Normen sie laufen und wie sich eine technische Zeichnung samt Toleranzen lesen lässt. Am Ende lässt sich aus jeder Maßtabelle die richtige Teilenummer ziehen.
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Egal wie kryptisch die Bezeichnung wirkt — am Ende tragen drei Maße die ganze Auswahl. Der Bohrungsdurchmesser (das Maß auf der Welle), der Außendurchmesser (das Maß in der Bohrung des Gehäuses) und die Breite. Eine Angabe wie 20×32×16 liest sich genau so: 20 mm Bohrung, 32 mm außen, 16 mm breit.
Eine Eigenheit gibt es bei den Bauformen ohne Innenring. Dort taucht statt des klassischen Bohrungsmaßes oft das Kürzel Fw auf. Fw ist der Durchmesser des Nadelkreises — also faktisch der Durchmesser, den die Welle haben muss, weil sie ja selbst zur Laufbahn wird. Wer den Unterschied zwischen den Varianten mit und ohne eigene Laufbahn noch sortieren will, findet ihn im Überblick zu Aufbau, Funktion und Arten von Nadellagern.
Mehr braucht es für die grobe Eingrenzung nicht. Last und Drehzahl bestimmen die Baugröße, die drei Maße bestimmen, was mechanisch überhaupt passt. Erst danach geht es um die Frage, welche konkrete Bauart hinter dem Kürzel steckt.
Die Buchstaben am Anfang einer Nadellager-Bezeichnung codieren im Wesentlichen zwei Dinge: ob ein Innenring dabei ist und wie das Lager gefertigt wurde — massiv oder als gezogene Hülse. Diese Übersicht deckt die gängigsten Kürzel ab:
Kürzel | Bauart | Innenring |
|---|---|---|
NK | massiv, ohne Innenring | nein — Welle ist Laufbahn |
NKI | massiv, mit Innenring | ja |
NA (z. B. NA 49) | massiv, mit Innenring, oft abgedichtet | ja |
RNA | massiv, ohne Innenring | nein |
HK | gezogene Nadelhülse, offen | nein |
BK | gezogene Nadelhülse, mit Boden | nein |
IR | Innenring als Einzelteil | — |
AXK / AS | Axial-Nadelkranz / Axiallagerscheibe | — |
An die Buchstaben hängen sich die Maße. Bei einer Bezeichnung wie NKI 20/16 stehen die Zahlen für Bohrung und Breite — hier 20 mm und 16 mm —, der Außendurchmesser folgt aus der Normreihe. Bei gezogenen Hülsen läuft es genauso: HK 2016 meint Fw 20 mm und 16 mm Breite.
Der wichtigste Unterschied im Alltag ist der zwischen NKI und NK — also mit oder ohne Innenring. Genau diese Entscheidung behandelt der Beitrag zu Nadellager mit und ohne Innenring im Detail, weil sie nicht nur die Teilenummer, sondern die ganze Wellenkonstruktion betrifft.
Damit Teile verschiedener Hersteller austauschbar bleiben, sind die Hauptmaße genormt. Drei Normen decken den Großteil ab: die DIN 617 für massive Nadellager mit Käfig, die DIN 618 für gezogene Nadelhülsen und Nadelbüchsen, und die DIN 5405 für Axial-Nadelkränze samt Zubehör.
Praktisch heißt das: Ein HK 2016 von Hersteller A passt maßlich dort, wo ein HK 2016 von Hersteller B saß — Toleranzen und Tragzahlen können sich unterscheiden, die Anschlussmaße nicht. Bei den axialen Bauformen sorgt die DIN 5405 dafür, dass Nadelkranz und Lagerscheiben zueinander passen; wie diese Baugruppe funktioniert, steht im Beitrag zum Axial-Nadellager.
Klingt nach Bürokratie, ist aber Gold wert. Gerade in der Instandhaltung, wenn das Originalteil nicht mehr lieferbar ist, rettet die Normbezeichnung den Tag — man sucht schlicht das gleiche Kürzel mit den gleichen Maßen bei einem anderen Anbieter.
Eine Nadellager-Zeichnung ist fast immer ein Querschnitt. Man blickt sozusagen quer durch das Lager und sieht die Nadelreihe zwischen den beiden Laufbahnen. Bei Lagern mit Innenring liegt unten der Ring, bei der Nadelhülse fehlt er — dort endet die Zeichnung an der Wellenlinie, weil die Welle die Bahn stellt.
Drei Dinge lohnt es sich gezielt anzuschauen. Erstens die Stirnseiten: Fasen erleichtern das Fügen und schützen Dichtlippen. Zweitens eine eventuelle Dichtung, oft als ein- oder zweilippiges Symbol an den Rändern eingezeichnet. Drittens die Maßpfeile selbst — sie verraten, ob das angegebene Innenmaß die Bohrung oder den Nadelkreis Fw meint.
Daneben stehen in der Tabelle die Werte, die über Sitz und Laufverhalten entscheiden: Toleranzen für Welle und Gehäuse, die Passung und bei manchen Lagern die radiale Lagerluft. Diese Werte sind kein Beiwerk — eine zu enge Passung klemmt das Lager, eine zu lose lässt es wandern. Welche Toleranz ins Spiel kommt, hängt am Einbaufall, und der ist im Beitrag zum Ein- und Ausbau von Nadellagern ausführlich beschrieben.
Der Weg ist am Ende immer derselbe. Erst die drei Maße aus der Anwendung — Wellendurchmesser, verfügbarer Außendurchmesser, mögliche Breite. Dann die Entscheidung mit oder ohne Innenring, die das Präfix festlegt. Dann der Blick in die Tabelle, ob eine Normreihe diese Maßkombination führt. Steht die Bezeichnung, steht die Teilenummer.
Wer die Maße und die Bauart geklärt hat, findet die passenden Lager im Nadellager-Sortiment nach Reihe und Abmessung. Und wer beim Lesen der Kürzel merkt, dass er die Bauformen noch sauberer auseinanderhalten möchte, ist im Gesamtüberblick zu Nadellagern richtig — dort sortiert sich das System vom Einzelteil bis zur kompletten Baugruppe.
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Fragen & Antworten
Die Kürzel codieren Bauart und Innenring. NK ist ein massives Lager ohne Innenring, NKI dasselbe mit Innenring, NA eine maßgenormte massive Reihe (oft abgedichtet), HK eine gezogene Nadelhülse ohne Innenring. RNA steht für die massive Bauform ohne Innenring, IR für den Innenring als Einzelteil.
Die Zahlen hinter dem Kürzel stehen für Bohrung beziehungsweise Nadelkreis und Breite. Bei NKI 20/16 sind das 20 mm Bohrung und 16 mm Breite, der Außendurchmesser ergibt sich aus der Normreihe. Bei HK 2016 meint die erste Zahl den Nadelkreis Fw von 20 mm, die zweite die Breite von 16 mm.
Die Hauptmaße liegen unter anderem in der DIN 617 für massive Nadellager mit Käfig, der DIN 618 für gezogene Nadelhülsen und der DIN 5405 für Axial-Nadelkränze. Die Normung sorgt dafür, dass sich Lager gleicher Bezeichnung verschiedener Hersteller maßlich ersetzen lassen.
Fw ist der Durchmesser des Nadelkreises — also das Innenmaß, gegen das die Nadeln laufen. Bei Lagern ohne Innenring entspricht Fw dem Durchmesser, den die gehärtete Welle haben muss, weil sie selbst die Laufbahn bildet. Bei Lagern mit Innenring ersetzt das normale Bohrungsmaß diese Angabe.
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