Nadellager
Nadellager-Produkte entdecken & kaufen
Ein Axial-Nadellager nimmt Kräfte entlang der Wellenachse auf — und das auf einer Bauhöhe von oft nur wenigen Millimetern. Während ein normales, radiales Nadellager Last quer zur Welle trägt, dreht das Axial-Nadellager die Geometrie um neunzig Grad: Die Nadeln liegen sternförmig in einer Ebene. Dieser Beitrag erklärt Konstrukteuren und Instandhaltern, wie ein Axial-Nadellager aufgebaut ist, welche Bauteile dazugehören und wann es die richtige Wahl gegen ein Axiallager anderer Bauart ist.
Nadellager
Nadellager-Produkte entdecken & kaufen
Der Name sagt schon, worum es geht: axial, also in Richtung der Wellenachse. Genau das ist der Unterschied zum gewöhnlichen Nadellager, das radiale Last quer zur Welle aufnimmt. Wer beide Bauarten zum ersten Mal nebeneinander sieht, erkennt das sofort an der Lage der Nadeln — quer im Ring beim radialen, sternförmig in der Fläche beim axialen.
Eine wichtige Klarstellung vorweg, weil sie eine der häufigsten Fragen beantwortet: Ein radiales Nadellager nimmt praktisch keine Axialkraft auf. Dafür braucht es eine eigene Bauform, und das ist eben das Axial-Nadellager. Wie sich die einzelnen Bauformen ins Gesamtbild einordnen, zeigt der Überblick zu Aufbau, Funktion und Arten von Nadellagern.
Die Stärke ist dabei dieselbe wie beim radialen Verwandten, nur in andere Richtung gedreht: hohe Tragfähigkeit auf wenig Raum. Ein Axial-Nadellager trägt erhebliche Axialkräfte und braucht dafür in der Höhe kaum mehr als die Dicke der Nadeln plus etwas Lauffläche. Wo eine flache, hochbelastbare Axiallagerung gefragt ist, hat es kaum Konkurrenz.
Hier wird es konkret, denn ein Axial-Nadellager ist selten ein einzelnes Teil — es ist meist eine Baugruppe aus zwei bis drei Komponenten. Das Herzstück ist der Axial-Nadelkranz: ein flacher Käfig, in dem die Nadelrollen sternförmig angeordnet sind. Im Katalog läuft er unter dem Kürzel AXK. Er allein trägt schon die Last, braucht aber zwei ebene, gehärtete und geschliffene Laufflächen, gegen die er läuft.
Genau dafür gibt es die Axiallagerscheiben, Kürzel AS. Das sind flache, gehärtete Ringscheiben, die als Laufbahn dienen, wenn die angrenzenden Bauteile selbst nicht gehärtet oder fein bearbeitet sind. Manche Scheiben haben einen Zentrierbund, der die Baugruppe radial in Position hält. Komplette Einheiten — etwa die AXW-Reihe — fassen Nadelkranz und Lagerscheibe schon ab Werk zusammen.
Daraus folgt eine einfache Logik beim Bestellen. Sind Welle und Gehäuse an den Anlaufflächen gehärtet und geschliffen, reicht der nackte Nadelkranz. Sind sie es nicht, kommen Lagerscheiben dazu — oder gleich eine fertige Einheit. Das ist dieselbe Überlegung wie bei der Frage mit oder ohne eigene Laufbahn beim radialen Nadellager, nur eben für die ebene Anlauffläche statt für die Welle.
Das Prinzip ist der Linienkontakt. Jede Nadel berührt die ebene Lagerscheibe entlang einer Linie, nicht in einem Punkt wie eine Kugel. Über diese vielen Linien verteilt sich die Axialkraft auf eine große Fläche — daher die hohe Tragfähigkeit bei flacher Bauweise.
Das stellt Ansprüche an die Anlaufflächen. Sie müssen eben, gehärtet und geschliffen sein, sonst graben sich die Nadeln ein. Genau hier entscheidet sich, ob man Lagerscheiben braucht oder nicht. Eine zu weiche oder zu raue Anlauffläche zerstört einen Axial-Nadelkranz genauso schnell wie eine ungehärtete Welle ein radiales Lager ohne Innenring. Auf den korrekten Einbau — saubere, planparallele Anlage, richtige Reihenfolge der Scheiben — geht die Anleitung zum Ein- und Ausbau von Nadellagern ein.
Ein Punkt, der gern übersehen wird: Das Axial-Nadellager zentriert sich nicht selbst. Es hält die Welle nicht in der Mitte, es nimmt nur Schub auf. Die radiale Führung muss ein anderes Lager übernehmen.
Damit sind wir beim eigentlichen Planungsthema. In den meisten Anwendungen tritt Axialkraft nicht allein auf — irgendeine radiale Last ist fast immer auch da. Dann kombiniert man: ein radiales Nadellager oder eine Nadelhülse für die Querkraft, ein Axial-Nadellager für den Schub. Beide zusammen ergeben eine kompakte Lagerstelle, die in beide Richtungen trägt und trotzdem flach baut.
Manche Hersteller bieten dafür fertige Kombi-Einheiten an, bei denen radialer und axialer Teil schon zusammengefasst sind. Ob man kombiniert oder eine Komplett-Einheit nimmt, hängt am Bauraum und an der Stückzahl — die Abwägung ähnelt der zwischen Nadellager mit und ohne Innenring: einzeln flexibler, fertig montiert sicherer.
Typische Einsatzorte? Überall dort, wo Schub auf engem Raum abgestützt werden muss. In Planetengetrieben zwischen den Stufen, an Pumpenwellen gegen den Förderdruck, in Lenkungen und an Verstellmechanismen. Es sind die flachen Stellen, an denen ein normales Axial-Rillenlager schlicht zu hoch bauen würde.
Beim Bestellen führen drei Maße: Innendurchmesser, Außendurchmesser und Höhe der Baugruppe. Die Hauptmaße von Axial-Nadelkränzen und Lagerscheiben sind in der DIN 5405 genormt, weshalb sich Teile verschiedener Hersteller in der Regel ersetzen lassen. Eine Bezeichnung wie AXK 2035 verschlüsselt dabei direkt die Anschlussmaße.
Die Reihenfolge der Auswahl ist immer gleich. Erst die Axialkraft und die geforderte Lebensdauer, daraus ergibt sich die Baugröße. Dann die Frage nach den Anlaufflächen, die über Nadelkranz allein oder Kranz plus Scheiben entscheidet. Wie man die Maßketten und Tabellen für Kranz und Scheiben sauber liest, klärt der Beitrag zu Maßen, Tabellen und technischer Zeichnung von Nadellagern. Wer Größe und Bauart schon kennt, findet die passenden Teile im Sortiment der Axial- und Radial-Nadellager.
Unterm Strich ist das Axial-Nadellager ein klarer Spezialist: viel Schub, wenig Höhe, keine radiale Führung. Sobald diese drei Eigenschaften zur Anwendung passen, ist die Bauart gesetzt — und wie sie sich zu den übrigen Varianten verhält, zeigt der Gesamtüberblick zu Nadellagern.
Nadellager
Nadellager-Produkte entdecken & kaufen
Fragen & Antworten
Ein normales, radiales Nadellager praktisch nicht — es ist für Querkräfte gebaut. Für Axialkräfte gibt es die eigene Bauform des Axial-Nadellagers, bei der die Nadeln sternförmig in einer Ebene liegen und Schub entlang der Wellenachse tragen. Treten beide Lastrichtungen auf, kombiniert man ein radiales mit einem axialen Lager.
Radial bedeutet Last quer zur Welle, axial bedeutet Last in Richtung der Wellenachse. Das radiale Nadellager hat die Nadeln längs im Ring, das Axial-Nadellager sternförmig in der Fläche. Das radiale führt und stützt die Welle quer, das axiale nimmt nur Schub auf und zentriert nicht.
AXK steht für den Axial-Nadelkranz, also den flachen Käfig mit den Nadelrollen. AS bezeichnet die Axiallagerscheibe, eine gehärtete Laufscheibe. Den Nadelkranz allein verwendet man, wenn die Anlaufflächen gehärtet und geschliffen sind; sonst kommen Lagerscheiben dazu oder man nimmt eine komplette Einheit.
Nur wenn die angrenzenden Bauteile nicht selbst als Lauffläche taugen. Sind Welle und Gehäuse an den Anlaufflächen eben, gehärtet und geschliffen, reicht der Nadelkranz. Andernfalls übernehmen Axiallagerscheiben die Laufbahn und schützen die weicheren Bauteile.
Überall dort, wo Axialkraft auf flachem Raum abgestützt werden muss — etwa in Planetengetrieben, an Pumpenwellen, in Lenkungen oder Verstellmechanismen. Ihr Vorteil ist die geringe Bauhöhe bei hoher axialer Tragfähigkeit.
Wie können wir helfen?
Kontaktieren Sie unser Support-Team