Hydraulik Wegeventile
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Das 2/2-Wegeventil ist das einfachste Wegeventil überhaupt: zwei Anschlüsse, zwei Schaltstellungen, also schlicht auf oder zu. In der Hydraulik wird es fast immer als leckagefreies Sitzventil ausgeführt, das eine Leitung sicher sperrt oder freigibt. Dieser Beitrag erklärt Funktion und Schaltbild, den Unterschied zwischen stromlos offen und stromlos geschlossen sowie die Wahl zwischen ein- und beidseitig dichtender Ausführung.
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Zwei Anschlüsse, zwei Stellungen — mehr Logik braucht es nicht. In der einen Stellung ist der Durchgang frei, das Öl strömt von P nach A; in der anderen ist er gesperrt. Es gibt keinen dritten Weg, keinen Tankabgang, kein Umschalten. Das 2/2-Wegeventil sperrt oder lässt durch, und genau darin liegt seine Stärke. Wer die Anschlussbezeichnungen und das Lesen der Schaltquadrate auffrischen will, findet das im Überblick zu Aufbau und Funktion hydraulischer Wegeventile.
Im Schaltzeichen erkennen Sie zwei Quadrate, eines mit durchgehendem Pfeil für den offenen, eines mit Sperrsymbol für den geschlossenen Zustand. Üblich ist die federrückgestellte Magnetausführung: Der Magnet schaltet aktiv, die Feder stellt zurück. Welche der beiden Stellungen die Ruhestellung ist, hängt von der Bauart ab — und das ist die wichtigste Entscheidung beim Kauf.
Hier liegt der Kern. Ein 2/2-Wegeventil gibt es in zwei Grundausführungen, und die Verwechslung kann teuer werden. Beim stromlos geschlossenen Ventil (NC, normally closed) ist die Leitung ohne Strom gesperrt und öffnet erst, wenn der Magnet anzieht. Beim stromlos offenen Ventil (NO, normally open) ist es umgekehrt: Ohne Strom fließt das Öl, der Magnet sperrt.
Welche Variante richtig ist, entscheidet die Sicherheitslogik der Anlage. Soll bei Stromausfall eine Last gehalten werden, nimmt man stromlos geschlossen. Soll bei Stromausfall ein Verbraucher entlastet oder ein Kreis geöffnet werden, stromlos offen. Wer das einmal verwechselt hat und die Maschine bei Spannungsausfall in die falsche Richtung läuft, vergisst diesen Unterschied nie wieder.
In der Hydraulik wird das 2/2-Wegeventil fast immer als Wegesitzventil gebaut. Statt eines Schiebers dichtet ein Kegel oder eine Kugel auf einen Sitz — metallisch oder mit Dichtelement, aber praktisch ohne Restleckage. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber dem Schieberprinzip: Eine angehobene Last bleibt auch über Stunden stehen, ohne langsam abzusinken. Druckstufen bis 350 bar sind dabei Standard.
Dazu kommt die Frage, in welche Richtung das Ventil dichtet. Einseitig dichtende Ausführungen sperren nur in einer Strömungsrichtung, beidseitig dichtende halten den Druck aus beiden Richtungen. Für eine reine Haltefunktion reicht oft einseitig; sobald aber von beiden Seiten Druck anstehen kann, muss es die beidseitig sperrende Variante sein. Eingebaut wird das Ventil meist als Einschraubpatrone direkt im Steuerblock, was Bauraum und Verrohrung spart. Wo statt reinem Sperren ein Verbraucher zwischen Druck und Tank umgeschaltet werden soll, ist bereits das 3/2-Wegeventil mit seinem zusätzlichen Tankanschluss das passende Bauteil.
Vier Punkte genügen für die richtige Wahl: stromlos offen oder geschlossen, ein- oder beidseitig dichtend, Durchflussmenge in l/min und Druckstufe. Stimmen diese, passt das Ventil. Für umschaltende Aufgaben in der Mobilhydraulik lohnt dagegen eher der Blick auf das 6/2-Umschaltventil, und wie sich die einzelnen Bauformen insgesamt einordnen, zeigt der Grundlagenartikel zu hydraulischen Wegeventilen. Die passenden Sitzventile in den gängigen Nennweiten finden Sie in der Kategorie der Hydraulik-Wegeventile.
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Fragen & Antworten
Es hat zwei Anschlüsse und zwei Schaltstellungen und kann eine Leitung nur sperren oder freigeben. In der Hydraulik dichtet meist ein Kegel oder eine Kugel auf einen Sitz, sodass die gesperrte Stellung leckagefrei ist.
Es öffnet oder sperrt einen Ölweg — mehr nicht. Damit dient es als Absperr- oder Halteventil, etwa um eine Last in Position zu halten oder einen Leitungsabschnitt sicher zu schließen.
Stromlos geschlossen (NC) heißt, das Ventil sperrt ohne Strom und öffnet bei Bestromung. Stromlos offen (NO) heißt, es lässt ohne Strom durch und sperrt bei Bestromung. Die Wahl richtet sich nach dem gewünschten Verhalten bei Stromausfall.
Das 2/2-Ventil kann nur sperren oder durchlassen. Das 3/2-Ventil hat einen dritten Anschluss zum Tank und kann den Verbraucher zusätzlich entlasten, also zwischen zwei Zuständen umschalten statt nur abzusperren.
Übliche Ausführungen decken Betriebsdrücke bis etwa 350 bar ab. Durch das Sitzprinzip bleiben sie auch bei hohem Druck leckagefrei, was sie für Halte- und Sperraufgaben prädestiniert.
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