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3/2-Wegeventil Hydraulik: Funktion, Schaltbild und Anwendung

Ein 3/2-Wegeventil hat drei Anschlüsse und zwei Schaltstellungen. In der Hydraulik schaltet es einen einfachwirkenden Verbraucher zwischen Druck und Tank um oder dient als Umschaltventil zwischen zwei Leitungswegen. Ob als elektrisches Magnetventil, als Einschraubpatrone oder als handbetätigter Umschalthahn — dieser Beitrag erklärt Funktion, Schaltbild und die typischen Bauformen in Stationär- und Mobilhydraulik.

Wie ein 3/2-Wegeventil funktioniert

Drei Anschlüsse, zwei Stellungen: Das Ventil verbindet in der einen Stellung den Druckanschluss P mit dem Verbraucher A, in der anderen Stellung trennt es P ab und entlastet A zum Tank T. Damit lässt sich ein einfachwirkender Zylinder ansteuern, der nur in eine Richtung mit Öldruck arbeitet und über Feder oder Last zurückgeht. Die Buchstabenlogik dahinter — P für Pumpe, T für Tank, A für den Verbraucher — ist im Grundlagenüberblick zu hydraulischen Wegeventilen ausführlicher beschrieben.

Im Schaltzeichen stehen zwei Quadrate nebeneinander. Pfeile zeigen den freigegebenen Weg, ein T-Symbol die Sperrung. Häufig ist die federrückgestellte Ausführung: ohne Betätigung liegt die Ruhestellung an, mit Betätigung schaltet das Ventil um. Man unterscheidet dabei zwei Grundvarianten — in Ruhestellung gesperrt oder in Ruhestellung durchgängig, je nachdem, ob der Verbraucher im stromlosen Zustand gehalten oder entlastet werden soll.

Schieberventil oder Sitzventil

Bei der Bauart trennen sich auch hier zwei Welten. Als Wegeschieberventil arbeitet ein Kolben, der über einen feinen Dichtspalt abdichtet — günstig, aber mit geringer Restleckage behaftet. Als Wegesitzventil dichtet dagegen ein Kegel oder eine Kugel auf einen Sitz, praktisch leckagefrei. Wo ein einfachwirkender Zylinder eine Last über längere Zeit ohne Absinken halten soll, führt am Sitzprinzip kein Weg vorbei. Dieselbe Logik gilt für die noch einfacheren 2/2-Wegeventile als Sitzventil, die rein auf Sperren und Durchlassen ausgelegt sind.

In der Praxis taucht das 3/2-Ventil zusätzlich als Einschraubpatrone auf — als Cartridge, das direkt in einen Steuerblock geschraubt wird. Das spart Bauraum und Verrohrung und ist im Maschinenbau die häufigste Einbauform.

Bauformen und Betätigung in der Praxis

In der Mobilhydraulik begegnet einem das 3/2-Wegeventil oft in zwei sehr bodenständigen Gestalten. Die eine ist das elektrische Umschaltventil mit 12-Volt-Magnet für den Rohrleitungseinbau — etwa um an einem Frontlader zwischen Greifer, Rotator oder Holzzange umzuschalten. Die andere ist der rein mechanische Umschalthahn, häufig als Kugelhahn ausgeführt, der von Hand zwischen zwei Wegen umlegt und keinen Strom braucht.

Klingt nach zwei völlig verschiedenen Bauteilen. Im Schaltbild sind sie aber dasselbe: drei Anschlüsse, zwei Stellungen, einer wird umgeschaltet. Nur die Betätigung unterscheidet sich. Wer häufig und ferngesteuert schalten will, nimmt den Magneten; wer selten und bewusst umlegt, den Handhebel. Geht es um das Umschalten ganzer Verbraucherpaare statt eines einzelnen Wegs, ist das 6/2-Wegeventil die richtige Wahl. Wie sich diese Bauform in die übrigen Wegeventile einreiht, zeigt der Überblick zu Funktion und Bauformen von Wegeventilen. Das Sortiment an Umschalt- und Schaltventilen für beide Betätigungsarten finden Sie in der Kategorie der Hydraulik-Wegeventile.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen

Es hat drei Anschlüsse und zwei Schaltstellungen. In der einen Stellung verbindet es den Druckanschluss mit dem Verbraucher, in der anderen trennt es den Druck ab und entlastet den Verbraucher zum Tank. So lässt sich ein einfachwirkender Verbraucher ein- und ausschalten.

Immer dann, wenn ein einfachwirkender Zylinder gesteuert oder zwischen zwei Leitungswegen umgeschaltet werden soll. Typisch sind Spann- und Klemmfunktionen sowie in der Mobilhydraulik das Umschalten von Zusatzfunktionen am Frontlader.

Ein 2/2-Ventil kann nur sperren oder durchlassen — zwei Anschlüsse, auf oder zu. Ein 3/2-Ventil hat einen dritten Anschluss zum Tank und kann den Verbraucher zusätzlich entlasten, also umschalten statt nur absperren.

Das Schieberventil dichtet über einen Kolbenspalt ab und hat eine geringe Restleckage. Das Sitzventil dichtet über Kegel oder Kugel auf einem Sitz und ist leckagefrei — die bessere Wahl, wenn eine Last ohne Absinken gehalten werden muss.

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