Bosch Rexroth R900561288 – 4WE 6 J6X/EG24N9K4 Wegeventil (NG6, 24V DC)
Das Bosch Rexroth R900561288 ist das direktgesteuerte 4/3-Wegeschieberventil 4WE 6 J6X/EG24N9K4 in Nenngröße 6, mit J-Schaltsymbol, 24V-Gleichspannungs-Magneten und Einzelanschluss K4. Wer dieses Ventil sucht, kennt es meist schon – als bewährte Standard-SKU in Werkzeugmaschinen, Pressen, Spritzguss- und allgemeinem Maschinenbau. Hier finden Sie die kompletten technischen Daten zum Datenblatt RD 23178, die Schaltlogik des J-Symbols und alle Informationen, die Sie für die Auslegung oder Wiederbeschaffung brauchen.
Was Sie mit dieser SKU bekommen
Schaltsymbol J heißt: in unbestromter Mittelstellung sind alle vier Anschlüsse (P, A, B, T) gesperrt. Das angeschlossene System – typischerweise ein Hydraulikzylinder – bleibt definiert stehen, auch wenn der Strom ausfällt. Genau dieses Verhalten ist der Grund, warum die J-Variante in Spannvorrichtungen und Sicherheits-relevanten Halteanwendungen so verbreitet ist. Die E-Variante (P-T verbunden) würde hier den Zylinder driften lassen, was in 80 % der Anwendungsfälle nicht gewünscht ist.
Die zweite wichtige Kennzeichnung ist 6X – das ist die Geräteserie. Bosch Rexroth garantiert in der gesamten 60er-Reihe (60 bis 69) unveränderte Einbau- und Anschlussmaße. Eine SKU aus dieser Serie lässt sich also gegen ältere oder neuere 6X-Varianten austauschen, ohne dass die Verrohrung angepasst werden muss. Das ist in der Instandhaltung Gold wert.
N9 steht für die verdeckte Hilfsbetätigung – ein kleiner, vor unbeabsichtigtem Drücken geschützter Stift, mit dem sich das Ventil manuell schalten lässt. Inbetriebnahme, Fehlersuche, Notbetrieb bei Steuerungsausfall: Alles möglich, ohne Werkzeug aus dem Werkzeugkasten zu holen. Wichtig dabei: Die Hilfsbetätigung darf maximal bis 50 bar Tankdruck betätigt werden, und sie ist keine sicherheitsgerichtete Funktion.
Technische Daten R900561288 im Überblick
Merkmal | Wert |
|---|---|
Materialnummer | R900561288 |
Typenschlüssel | 4WE 6 J6X/EG24N9K4 |
Bauart | Direktgesteuertes Wegeschieberventil, magnetbetätigt |
Nenngröße | NG6 nach ISO 4401-03-02-0-05 |
Anschlussbild | NFPA T3.5.1 R2-2002 D03 |
Schaltsymbol | J (P, A, B, T in Mittelstellung gesperrt) |
Max. Betriebsdruck (P, A, B) | 350 bar |
Max. Tankdruck (T) | 210 bar (DC) |
Max. Volumenstrom | 80 l/min |
Spannung | 24V DC, ±10 % Toleranz |
Nennleistung | 30 W |
Schaltzeit EIN/AUS | 25–45 ms / 10–25 ms |
Einschaltdauer | 100 % (S1 nach VDE 0580) |
Elektrischer Anschluss | Gerätestecker 3-polig (2+PE) nach DIN EN 175301-803 |
Hilfsbetätigung | N9 (verdeckt, Standard) |
Schutzart | IP65 (mit montierter Leitungsdose) |
Dichtungswerkstoff | NBR (Standard) |
Mediumstemperatur | –20 °C bis +80 °C |
Umgebungstemperatur | –20 °C bis +50 °C |
Viskositätsbereich | 2,8 bis 500 mm²/s |
Filtration | ISO 4406 Klasse 20/18/15 |
Gewicht | ca. 1,95 kg (mit zwei Magneten) |
Norm-Konformität | CE (Niederspannungs-Richtlinie 2014/35/EU) |
Wie das Ventil funktioniert – kurz erklärt
Im stromlosen Zustand drücken zwei Rückstellfedern den Steuerschieber in die Mittelposition. Beim J-Symbol bleiben damit alle vier Ölwege gesperrt. Wird einer der beiden Nassläufer-Magnete mit 24V bestromt, zieht der Anker den Schieber gegen die Federkraft in eine der beiden Endlagen – und gibt den entsprechenden Strömungspfad frei. Nach dem Abschalten zentrieren die Federn den Schieber wieder.
Die Magneten sind „nasse" Magneten: Der Ankerraum ist mit Hydrauliköl gefüllt. Das klingt erstmal kontraintuitiv – Öl an einem Elektromagneten? – ist aber genau das, was die Lebensdauer hochhält. Das Öl dämpft die Schaltbewegung mechanisch, kühlt die Spule und schützt sie vor Verschmutzung. Verbrannte Magnetspulen sind bei dieser Bauart die seltene Ausnahme, nicht die Regel.
Die Schaltzeiten von 25 bis 45 Millisekunden für „EIN" und 10 bis 25 Millisekunden für „AUS" sind typisch für die NG6-Klasse. Wer schneller schalten muss – etwa für Taktbewegungen unter 100 ms – kann mit einer Pulsweitenmodulation (PWM-Steckerverstärker R901265633) auf etwa die Hälfte runter. Das geht aber zulasten der maximalen Schalthäufigkeit, die dann auf 3 Hz begrenzt ist.
Einbau und Austauschbarkeit
Das R900561288 sitzt auf dem ISO-Standard-Anschlussbild 4401-03-02-0-05. Das ist die meistverbreitete NG6-Befestigung weltweit. Praktisch heißt das: Jede Anschlussplatte oder Ventilscheibe von Bosch Rexroth, Eaton-Vickers, Atos, Duplomatic, Hawe oder Parker, die nach diesem Standard gefertigt ist, passt mechanisch und hydraulisch. Die Bohrungen für die vier M5-Befestigungsschrauben liegen im selben Lochbild.
Für die Montage werden vier Zylinderschrauben M5 x 50 nach ISO 4762, Festigkeitsklasse 10.9 mit einem Anziehmoment von 7 Nm (±10 %) verwendet. Rexroth bietet die Schrauben als Set unter der Materialnummer R913043758 an, andere Hersteller (z. B. UNC 10-24 x 2" nach ASTM-A574 unter R978800693) gibt es ebenfalls. Wichtig: Die Oberflächengüte der Ventilauflagefläche muss mindestens Rzmax 4 und eine Ebenheit von 0,01/100 mm erreichen, sonst leckt das Ventil zwischen den Anschlüssen.
Varianten und passende Alternativen
Die WE-Baureihe ist modular aufgebaut. Das R900561288 ist nur eine von buchstäblich Hunderten möglichen Konfigurationen. Wenn die J-Funktion nicht passt, gibt es:
Das E-Symbol (P-T verbunden, A und B gesperrt) ist die populärste Alternative für Anwendungen, in denen die Pumpe in Mittelstellung entlastet werden soll. Das H-Symbol verbindet alle vier Anschlüsse in Mittelstellung – nützlich für schwimmende Verbraucher. Das D-Symbol öffnet P zu T, sperrt A und B – wieder eine Pumpenentlastung, aber mit anders gesperrten Verbrauchern.
Bei der Spannung sind neben 24V DC auch 12V DC, 48V DC, 110V DC, 230V AC und einige Sonderspannungen lieferbar. Bei AC-Magneten sinken Volumenstrom (auf 60 l/min) und Tankdruck (auf 160 bar) etwas. Das liegt an der höheren Kraftspitze beim Wechselstrommagneten beim Einschalten.
Wer die elektrische Leistung reduzieren will – etwa in mobilen Anwendungen mit Batterie – kann die Sonderausführung SO407 (8 W statt 30 W) wählen. Maximaldruck sinkt dann allerdings auf 315 bar, und der maximale Volumenstrom auf 60 l/min.
Für rauhe Umgebungen (Off-Highway, Schiff, Außenbereich) gibt es die Korrosionsschutz-Stufen J3 (240 h Salzsprühnebeltest) oder J5 (720 h). Bei kalten Einsätzen unter –20 °C ist die MT-Tieftemperatur-Ausführung Pflicht – Standard-NBR wird dort spröde.
Typische Einsatzgebiete
In der Praxis sieht man das R900561288 (oder seine engen Verwandten) am häufigsten in vier Bereichen:
Werkzeugmaschinen – Spannvorrichtungen, Reitstöcke, hydraulische Werkzeugwechsler. Das gesperrte J-Verhalten in Mittelstellung verhindert, dass eingespannte Werkstücke bei Stromausfall freikommen.
Pressen und Umformtechnik – Steuerung von Stempelbewegungen, Auswerfern, Niederhaltern. Hier zählt die saubere Endlagensicherung.
Kunststoff- und Spritzgussmaschinen – Kernzüge, Auswerferplatten, Schließeinheit-Hilfsfunktionen. Die NG6-Größe deckt die meisten Stellbewegungen ab, ohne dass größere NG10-Ventile nötig würden.
Allgemeiner Maschinen- und Anlagenbau – Überall dort, wo ein hydraulischer Zylinder gestoppt und sicher in Position gehalten werden muss, bis der nächste Befehl kommt.
Mobile Maschinen sind eher seltener: Dort dominiert NG6 zwar auch, aber meist mit Deutsch-Stecker (K40) statt der DIN-Steckerausführung des R900561288. Wer ein Ventil für einen Bagger oder Radlader sucht, schaut besser auf die Variante 4WE 6 J6X/EG24N9K40.
Lieferzeit, Verfügbarkeit und Bestellung
Das R900561288 gehört zu den meistverkauften Hydraulikventilen weltweit. Bosch Rexroth fertigt es als Standardartikel mit kurzer Wiederbeschaffungszeit. Bei Partbase prüfen wir Verfügbarkeit und Lieferzeit live bei der Anfrage – Lagerware, Direktbezug ab Werk, oder kompatible Alternativen, falls die Original-SKU mal länger dauert. Für Stückzahlen ab 5 Stück lohnt sich eine schriftliche Anfrage mit Mengenstaffel.
Häufige Fragen zum Bosch Rexroth R900561288
Was bedeutet die Bezeichnung 4WE 6 J6X/EG24N9K4 im Detail? „4WE 6" steht für ein 4-Wege-Wegeventil in Nenngröße 6. „J" ist das Schaltsymbol (Mittelstellung: alle Anschlüsse gesperrt). „6X" ist die Geräteserie mit unveränderten Einbaumaßen über die gesamte 60–69-Reihe. „E" steht für den nass schaltenden Hochleistungsmagnet mit abziehbarer Spule, „G24" für 24V DC. „N9" ist die verdeckte Hilfsbetätigung, „K4" der 3-polige DIN-Gerätestecker.
Kann ich das R900561288 gegen ein 4WE 6 E6X/EG24N9K4 austauschen? Mechanisch ja – beide Ventile sind baugleich im Anschlussbild. Hydraulisch nein. Das J-Symbol sperrt in Mittelstellung alles, das E-Symbol verbindet P mit T. Der Tausch ändert das Systemverhalten bei Stromausfall fundamental. Das macht man nur, wenn die Steuerungslogik bewusst angepasst wurde.
Welche Schutzart hat das Ventil? IP65, sofern eine passende Leitungsdose korrekt montiert ist. Ohne montierte Dose oder bei beschädigter Dichtung sinkt der Schutz deutlich. Für Waschwasser-Umgebungen reicht IP65 nicht – dann braucht man die K40-Variante mit IP69K.
Welches Hydrauliköl ist freigegeben? Standard sind Mineralöle nach DIN 51524 (HL, HLP, HLPD, HVLP, HVLPD). Mit FKM-Dichtungen (V-Variante) sind auch biologisch abbaubare HEES/HETG/HEPG und schwerentflammbare HFDU/HFDR möglich. Wasserhaltige HFC-Flüssigkeiten brauchen die spezielle MH-Ausführung und reduzieren die Lebensdauer um bis zu 30 %.
Wie hoch ist die Lebensdauer in Schaltzyklen? Bosch Rexroth gibt einen MTTFd-Wert von 300 Jahren nach EN ISO 13849 an, was bei typischer Auslastung Millionen von Schaltzyklen entspricht. In der Praxis hängt die reale Standzeit stärker von Ölreinheit und Schalthäufigkeit ab als von der Belastung. Saubere Filtration auf ISO 4406 Klasse 20/18/15 ist die wichtigste Stellschraube.