Innenzahnradpumpen

Eine Innenzahnradpumpe ist eine rotierende Verdrängerpumpe, bei der ein außenverzahntes Ritzel in einem innenverzahnten Hohlrad läuft und das Medium von der Saug- zur Druckseite fördert. Sie wird in stationären Hydrauliksystemen, Werkzeugmaschinen, Pressen und Schmieraggregaten sowie in der Verfahrenstechnik eingesetzt. Bei Partbase sind Innenzahnradpumpen von Bosch Rexroth, Hydac, Hawe und Enerpac in verschiedenen Baugrößen, Druckstufen und Verdrängungsvolumen verfügbar.

Innenzahnradpumpe — Aufbau, Funktion und Auswahl

Die Innenzahnradpumpe gehört zu den rotierenden Verdrängerpumpen und wird vor allem in Hydraulikaggregaten mit hohen Anforderungen an Laufruhe und gleichmäßigen Volumenstrom eingesetzt. Charakteristisch sind das ineinandergreifende Ritzel-Hohlrad-Paar und die sichelförmige Trennwand, die Saug- und Druckseite voneinander abgrenzen. Gegenüber der Außenzahnradpumpe arbeitet sie pulsationsärmer und leiser, was sie für Pressen, Spritzgießmaschinen und Werkzeugmaschinen qualifiziert.

Aufbau und Bauteile der Innenzahnradpumpe

Eine Innenzahnradpumpe besteht aus einem außenverzahnten Ritzel, das exzentrisch in einem innenverzahnten Hohlrad läuft. Zwischen beiden Zahnrädern sitzt eine sichelförmige Trennwand, die den Saug- vom Druckraum trennt. Das Ritzel wird über die Antriebswelle angetrieben und treibt seinerseits das Hohlrad an; beide Zahnräder drehen sich in dieselbe Richtung. Die Lagerung erfolgt über Gleitlager, die durch das Fördermedium geschmiert werden. Axiale und radiale Spalte sind eng toleriert und bestimmen den volumetrischen Wirkungsgrad maßgeblich. Bei kompensierten Bauformen sorgen druckbelastete Axialscheiben für einen automatischen Spaltausgleich, der den Wirkungsgrad auch bei hohen Drücken stabil hält. Typische Werkstoffe sind gehärteter Stahl für Verzahnung und Welle sowie Aluminium oder Grauguss für das Gehäuse.

Funktionsweise und Förderverhalten

Das Funktionsprinzip folgt dem Verdrängerprinzip in drei Phasen. In der Ansaugphase vergrößert sich das Volumen zwischen Ritzel und Hohlrad, sobald die Zähne außer Eingriff gehen; der entstehende Unterdruck zieht das Hydrauliköl in die Zahnlücken. In der Transportphase wird das Medium entlang der Sichel von der Saug- zur Druckseite befördert. In der Druckphase kommen die Zähne wieder in Eingriff, das Volumen verkleinert sich, und das Öl wird verdrängt. Daraus resultiert ein nahezu gleichmäßiger Volumenstrom mit geringer Druckpulsation. Die Innenzahnradpumpe eignet sich auch für hochviskose Medien und arbeitet selbstansaugend. Drehzahl, Schluckvolumen und Betriebsdruck bestimmen den Förderstrom in Litern pro Minute.

Vergleich mit anderen Pumpentypen

Die Innenzahnradpumpe zeichnet sich durch Laufruhe und gleichmäßigen Volumenstrom aus. Im Vergleich zur Außenzahnradpumpe und zur Kolbenpumpe ergeben sich Unterschiede in Geräuschpegel, Druckbereich und Verschleißverhalten, die für die Auswahl relevant sind.

Kriterium

Innenzahnradpumpe

Außenzahnradpumpe

Kolbenpumpe

Geräuschpegel

niedrig

mittel bis hoch

mittel

Pulsation

gering

höher

höher

Druckbereich

bis ca. 300 bar

bis ca. 250 bar

bis ca. 700 bar

Viskositätstoleranz

breit, auch hochviskos

mittel

gering bis mittel

Empfindlichkeit Verschmutzung

höher

robuster

sehr hoch

Anschaffungskosten

höher

niedriger

am höchsten

Auswahlkriterien für die Innenzahnradpumpe

Förderstrom, Betriebsdruck, Drehzahl und Mediumsviskosität sind die zentralen Auswahlparameter. Anbauflansch, Wellenende, Drehrichtung und die zulässige Saugdruckhöhe müssen mit der Anlage abgeglichen werden. Für stationäre Hydraulikaggregate sind druckkompensierte Bauformen mit hohem volumetrischem Wirkungsgrad sinnvoll. Bei Schmier- und Kühlmittelanwendungen reichen oft Pumpen mit niedrigeren Druckstufen.

  1. Geforderten Volumenstrom Q in l/min und Betriebsdruck p in bar festlegen
  2. Schluckvolumen V in cm³/U passend zur Antriebsdrehzahl wählen
  3. Viskositätsbereich des Hydrauliköls und Betriebstemperatur prüfen
  4. Anbauflansch nach ISO oder SAE und Wellenform abgleichen
  5. Drehrichtung, Drehzahlbereich und zulässige Saugverhältnisse berücksichtigen
  6. Filterklasse und Reinheitsklasse nach ISO 4406 einplanen

Einsatzgebiete in der Industriehydraulik

Innenzahnradpumpen werden überall dort eingesetzt, wo geringe Geräuschemission und stabile Volumenströme gefragt sind: hydraulische Pressen, Spritzgießmaschinen, Werkzeugmaschinen, Prüfstände und Pumpenaggregate für Spannvorrichtungen. In der Schmiertechnik fördern sie Getriebe- und Lageröl; in der Verfahrenstechnik eignen sie sich für viskose Medien. Auch in Aufzugshydrauliken sind sie verbreitet, weil der gleichmäßige Volumenstrom feinfühlige Bewegungen ermöglicht. Im Sortiment bei Partbase stehen Pumpen von Bosch Rexroth, Hawe und Hydac für offene Kreisläufe sowie Sonderbauformen für niedrigviskose Medien zur Verfügung. Enerpac-Komponenten ergänzen das Angebot für Hochdruckanwendungen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einer Innen- und einer Außenzahnradpumpe?

Bei der Innenzahnradpumpe laufen Ritzel und Hohlrad in dieselbe Richtung, was eine geringere Pulsation und niedrigere Geräuschemission ergibt. Die Außenzahnradpumpe ist robuster gegenüber Verschmutzung und günstiger in der Anschaffung, erzeugt aber höhere Druckpulsationen. Für lärmsensible Umgebungen und hochviskose Medien ist die Innenzahnradpumpe die bessere Wahl.

Wie lange hält eine Innenzahnradpumpe bei sachgerechtem Betrieb?

Bei eingehaltenen Betriebsparametern sind Standzeiten von 10.000 bis 30.000 Betriebsstunden erreichbar. Entscheidend sind die Ölreinheit nach ISO 4406, die Betriebstemperatur und die Einhaltung der zulässigen Drehzahl. Verschmutztes Hydrauliköl und Kavitation verkürzen die Lebensdauer erheblich. Regelmäßige Filterwartung und korrekte Saugdruckverhältnisse sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Für welche Medien ist eine Innenzahnradpumpe geeignet?

Innenzahnradpumpen eignen sich für ein breites Viskositätsspektrum, von dünnflüssigen Hydraulikölen bis hin zu hochviskosen Medien wie Getriebeölen oder Schmierfetten. Für niedrigviskose oder chemisch aggressive Medien sind Sonderbauformen mit angepassten Werkstoffen und Dichtungen erforderlich. Feststoffpartikel im Medium sind kritisch und erfordern eine ausreichende Filterfeinheit.

Welche Drücke sind mit Innenzahnradpumpen erreichbar?

Übliche Dauerdrücke liegen zwischen 150 und 300 bar, bei druckkompensierten Bauformen sind kurzzeitig auch höhere Spitzenwerte möglich. Der tatsächliche Betriebsdruck hängt von Schluckvolumen, Drehzahl und Mediumsviskosität ab. Maßgeblich sind stets die Herstellerangaben im Datenblatt der jeweiligen Baureihe, etwa bei Bosch Rexroth.

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