Hydraulikmotoren

Ein Hydraulikmotor wandelt den Druck einer Hydraulikflüssigkeit in eine Drehbewegung um und treibt damit Wellen, Getriebe oder angeschlossene Maschinen an. Eingesetzt wird er in Baumaschinen, Landtechnik, Förderanlagen, Pressen sowie in stationären Industrieantrieben mit hohen Drehmomenten. Bei Partbase finden Sie Axialkolben-, Radialkolben-, Zahnrad- und Orbitalmotoren von Bosch Rexroth, Hydac, Hawe und Stauff in unterschiedlichen Schluckvolumen, Wellenformen und Druckklassen.

Hydraulikmotor — Bauarten, Auswahl und Einsatz

Der Hydraulikmotor erzeugt aus dem Druck einer Hydraulikflüssigkeit ein nutzbares Drehmoment an der Abtriebswelle. Je nach Bauart eignet er sich für hohe Drehzahlen, hohes Drehmoment bei niedriger Drehzahl oder für kompakte Antriebe mit begrenztem Bauraum. Bei Partbase sind Axialkolben-, Radialkolben-, Zahnrad-, Flügelzellen- und Orbitalmotoren sowie passendes Zubehör von Bosch Rexroth, Hydac, Hawe und Stauff gelistet — für Land- und Baumaschinen, Pressen, Förderanlagen und stationäre Industrieantriebe in unterschiedlichen Druck- und Leistungsklassen.

Aufbau und Funktion eines Hydraulikmotors

Ein Hydraulikmotor besteht aus einem Gehäuse, einem Verdrängerelement und einer Abtriebswelle. Über den Druckanschluss strömt Öl in die Arbeitsräume und versetzt Kolben, Zähne oder Flügel in Bewegung. Die Drehbewegung wird auf die Welle übertragen und nach außen geführt. Das verdrängte Öl verlässt den Motor über den Rücklaufanschluss zum Tank. Bei höheren Rücklaufdrücken ist ein separater Leckölanschluss erforderlich, um die Wellendichtung zu entlasten. Wichtige Kenngrößen sind das Schluckvolumen in cm³ pro Umdrehung, der maximale Betriebsdruck, das Dauerdrehmoment, die zulässige Drehzahl sowie die radiale und axiale Wellenbelastung. Aus Schluckvolumen und Volumenstrom ergibt sich die Drehzahl, aus Druckdifferenz und Schluckvolumen das Drehmoment. Diese Werte stehen in den Datenblättern der jeweiligen Bauart und sind Grundlage für die Auslegung.

Bauarten im Überblick

Hydraulikmotoren werden nach dem Verdrängerprinzip unterschieden. Jede Bauart hat ein typisches Drehzahl- und Drehmomentband sowie bevorzugte Einsatzbereiche.

Bauart

Drehzahlbereich

Drehmoment

Typische Anwendung

Axialkolbenmotor

hoch

mittel bis hoch

Fahrantriebe, Industriepressen

Radialkolbenmotor

niedrig

sehr hoch

Seilwinden, Schiffsantriebe

Zahnradmotor (außenverzahnt)

mittel bis hoch

niedrig bis mittel

Lüfter, Hilfsantriebe

Orbital-/Gerollermotor

niedrig

hoch

Landtechnik, Förderbänder

Flügelzellenmotor

mittel

mittel

Werkzeugmaschinen, Hilfsantriebe

Langsamläufer und Schnellläufer

Schnellläufer wie Axialkolben- und Zahnradmotoren erreichen Drehzahlen oberhalb von etwa 500 U/min. Sie bauen kompakt und liefern eine gute Leistungsdichte; bei hohem Drehmomentbedarf wird meist ein nachgeschaltetes Getriebe eingesetzt. Langsamläufer wie Radialkolben- und Orbitalmotoren arbeiten ab wenigen Umdrehungen pro Minute mit gleichförmigem Lauf und liefern ohne Getriebe ein hohes Drehmoment direkt an der Welle. Damit eignen sie sich für Trommel-, Rad- und Walzantriebe. Entscheidend ist der Anlaufwirkungsgrad: Ein guter Langsamläufer liefert bereits aus dem Stillstand nahezu sein volles Drehmoment, was beim Lösen von Lasten oder beim Anlauf unter Last ausschlaggebend sein kann.

Auswahlkriterien für die Auslegung

Ausgangspunkt der Auslegung sind die Anwendung und das geforderte Lastprofil. Daraus leiten sich die wesentlichen technischen Parameter ab.

  1. Erforderliches Drehmoment bei Anlauf und im Dauerbetrieb in Nm
  2. Drehzahlbereich der angetriebenen Maschine in U/min
  3. Verfügbarer Volumenstrom und Systemdruck der Hydraulikanlage
  4. Drehrichtung, Reversierbetrieb und zulässige Wellenbelastung
  5. Wellenform: Passfeder, Keilwelle, SAE oder Zapfwellenanschluss
  6. Anschlussgewinde, Leckölanschluss und Einbaumaße
  7. Hydraulikfluid, Viskosität und Temperaturbereich im Einsatz

Anwendungen und Sortiment bei Partbase

Hydraulikmotoren kommen in Bau- und Landmaschinen, Pressen, Förderanlagen, Spritzgießmaschinen sowie in der Kunststoff- und Metallverarbeitung zum Einsatz. In der Landtechnik treiben sie häufig Anbaugeräte über die Zapfwelle oder direkt über einen Hydraulikabgang am Schlepper an. Im Bergbau und in Schiffsanwendungen werden vor allem Radialkolbenmotoren mit hohem Drehmoment eingesetzt. Bei Partbase sind Axialkolbenmotoren und Ersatzteile von Bosch Rexroth, Komponenten und Zubehör von Hydac, Befestigungs- und Verschraubungstechnik von Stauff sowie kompakte Antriebslösungen von Hawe gelistet. Filter, Kühler und Verschraubungen für den Aufbau eines vollständigen Antriebs finden sich in den passenden Unterkategorien. Bei Fragen zu Schluckvolumen, Wellenform und Druckklasse steht der technische Vertrieb zur Verfügung.

FAQ

Wann lohnt sich ein Langsamläufer, wann ein Schnellläufer?

Ein Langsamläufer wie ein Radialkolben- oder Orbitalmotor eignet sich, wenn hohes Drehmoment direkt an der Welle ohne Getriebe gefordert ist, etwa bei Trommel- oder Radantrieben. Ein Schnellläufer wie ein Axialkolben- oder Zahnradmotor passt bei hohen Drehzahlen und kompaktem Bauraum, erfordert aber bei niedrigen Abtriebsdrehzahlen ein nachgeschaltetes Getriebe.

Wann wird ein Hydraulikmotor mit Getriebe kombiniert?

Die Kombination ist sinnvoll, wenn ein Schnellläufer auf eine niedrige Abtriebsdrehzahl mit hohem Drehmoment gebracht werden soll. Typische Anwendungen sind Fahrantriebe, Drehwerke und Trommelantriebe. Das Getriebe übersetzt die Motordrehzahl, erhöht das Drehmoment und entlastet die Wellenlager. Als Alternative kommt ein Langsamläufer ohne Getriebe in Betracht.

Wie wird ein Hydraulikmotor in der Landtechnik an einer Zapfwelle betrieben?

Der Hydraulikmotor wird über einen Hydraulikabgang am Schlepper mit Drucköl versorgt. Alternativ setzt ein Zapfwellengetriebe mit Pumpe die mechanische Leistung der Zapfwelle in einen Volumenstrom um. Schluckvolumen, Drehzahl und Anschlussgewinde müssen auf die Hydraulikanlage abgestimmt sein. Wellenform und Befestigung richten sich nach der Anbaugeräteseite, häufig als Keil- oder Passfederwelle.

Welche Kenngrößen sind für die Auswahl eines Hydraulikmotors entscheidend?

Maßgeblich sind Schluckvolumen in cm³ pro Umdrehung, maximaler Betriebsdruck, erforderliches Drehmoment bei Anlauf und Dauerbetrieb sowie der Drehzahlbereich der angetriebenen Maschine. Hinzu kommen verfügbarer Volumenstrom, Wellenform, Anschlussmaße und der zulässige Temperaturbereich des Hydraulikfluids. Diese Werte stehen in den Datenblättern der jeweiligen Bauart und bilden die Grundlage für eine sichere Auslegung.

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