Hydraulikverschraubung — Bauformen, Auswahl und Einbau
Die Hydraulikverschraubung ist das verbindende Element zwischen Rohren, Schläuchen, Pumpen und Ventilen. Sie überträgt Druck, hält das Medium im System und gleicht Längen, Winkel und Gewindenormen aus. Damit das verlässlich funktioniert, müssen Baureihe, Gewinde, Dichtprinzip und Werkstoff zur Anlage passen. Im Sortiment von Partbase finden Einkäufer Stahlrohr- und Edelstahlrohrverschraubungen sowie Sonderbauformen für gängige Druckbereiche, Nennweiten und Anschlussformen. Der folgende Überblick zeigt die wichtigsten Bauformen und worauf es bei Auswahl und Montage ankommt.
Aufbau und Funktion einer Hydraulikverschraubung
Eine Hydraulikverschraubung besteht im Kern aus Stutzen, Überwurfmutter, Dichtelement und Schneid- oder Klemmring. Beim Anziehen verformt der Ring das Rohr leicht und erzeugt eine metallische Dichtkante; zusätzlich übernimmt häufig ein O-Ring oder eine Weichdichtung die Abdichtung am Einschraubgewinde. Das ergibt eine doppelte Sicherheit: Form- und Stoffschluss am Rohr, dichtender Kontakt am Gewinde. Typische Werkstoffe sind Stahl mit Zink-Nickel-Oberfläche oder Edelstahl 1.4571 für korrosive Medien. Die Druckstufen reichen je nach Baureihe von etwa 100 bar bei der leichten Reihe bis über 600 bar bei der schweren Reihe. Stauff und Bosch Rexroth decken diese Bandbreite ab; ihre Verschraubungen sind mit gängigen Hydraulikkomponenten von Hydac und Hawe kompatibel.
Bauformen der Hydraulikverschraubung im Überblick
Gerade Verschraubungen verbinden zwei Rohre in einer Achse. Winkelverschraubungen mit 45° oder 90° lenken die Leitung um — bei beengten Einbauräumen oft die einzige praktikable Lösung. T-Stück-Verschraubungen erzeugen eine Abzweigung, Kreuzverschraubungen verteilen auf vier Wege. Für drehbewegte Anschlüsse oder schwingende Aggregate sind drehbare Hydraulikverschraubungen sinnvoll, da sie sich nach dem Anziehen noch ausrichten lassen. Schott-, Aufschraub- und Einschraubverschraubungen schließen Gehäusedurchführungen sowie Anschlüsse an Pumpen, Ventilblöcken oder Zylindern. Die Auswahl folgt der Anschlussgeometrie, der Nennweite des Rohrs und dem Gewinde der Komponente.
- Gerade Verschraubung und Reduzierverschraubung für direkte Verbindungen
- Winkel- und 90-Grad-Verschraubung für Richtungswechsel
- T-Stück- und Kreuzverschraubung für Abzweigungen
- Schott- und Einschraubverschraubung für Gehäuse und Ventilblöcke
- Drehbare Verschraubung für bewegliche Anschlüsse
Baureihen, Gewinde und Tabelle der Hydraulikverschraubung
Hydraulikverschraubungen werden in eine leichte Reihe (L) und eine schwere Reihe (S) unterteilt. Die leichte Reihe deckt mittlere Drücke ab und wird häufig in Niederdruck- und Standardanwendungen genutzt. Die schwere Reihe ist für hohe Drücke, Druckspitzen und größere Wandstärken ausgelegt. Beide Reihen arbeiten meist mit metrischem Gewinde und 24°-Konus nach DIN 2353 oder ISO 8434-1. Daneben gibt es Zoll-Gewinde wie BSP, NPT, UNF sowie ORFS-Flachdichtsysteme für besonders dichtungssichere Anschlüsse. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Zuordnungen.
Rohraußen-Ø | Leichte Reihe | Schwere Reihe | Typisches Gewinde |
|---|---|---|---|
6 mm | L06 | — | M12x1,5 |
8 mm | L08 | S08 | M14x1,5 |
10 mm | L10 | S10 | M16x1,5 |
12 mm | L12 | S12 | M18x1,5 |
15 mm | L15 | S14 (14 mm) | M22x1,5 |
18 mm | L18 | S16 | M26x1,5 |
22 mm | L22 | S20 | M30x2 |
28 mm | L28 | S25 | M36x2 |
35 mm | L35 | S30 | M45x2 |
42 mm | L42 | S38 | M52x2 |
Drehmoment, Dichtung und Montage der Hydraulikverschraubung
Die Dichtheit einer Hydraulikverschraubung steht und fällt mit dem korrekten Anziehmoment. Zu geringes Drehmoment führt zu Leckage, zu hohes Moment kann den Schneidring überdrücken oder das Rohr stauchen. Führende Hersteller dieser Baureihen geben für jede Größe Richtwerte vor, die in den jeweiligen Datenblättern hinterlegt sind. Bei Weichdichtungen mit O-Ring zählt zusätzlich der Sitz des Rings; er darf nicht eingeklemmt oder verdreht werden. Vor der Endmontage empfiehlt sich eine Vormontage des Schneidrings mit Vormontagestutzen oder Vormontagegerät — so entsteht der Einschnitt definiert und reproduzierbar. Beim Wiederanziehen reicht meist ein Drittel bis halbe Umdrehung nach Anlage. Rohrenden müssen rechtwinklig abgelängt, entgratet und sauber sein; Späne oder Lackreste gefährden die Dichtkante.
Auswahl der Hydraulikverschraubung für die Anwendung
Betriebsdruck, Medium, Anschlussgeometrie und Werkstoff bestimmen die Auswahl. Im allgemeinen Maschinenbau und in der Mobilhydraulik dominieren Stahlrohrverschraubungen mit Zink-Nickel-Oberfläche; im Sortiment von Partbase bilden sie den größten Block. In Lebensmittel-, Chemie- oder Marineanwendungen kommt Edelstahl zum Einsatz, etwa bei Aggregaten im Umfeld von Hydac-Filtersystemen oder Hawe-Ventilen. Für pneumatische Abschnitte gibt es ergänzend Komponenten von Festo und Aventics. Wer Anschlüsse zwischen unterschiedlichen Gewindewelten kombiniert — etwa BSP auf metrisch — sollte Adapter und Reduzierverschraubungen aus derselben Baureihe wählen, um Toleranzen und Dichtprinzip konsistent zu halten.
