Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung im Einsatz
Wer Hydraulikspeicher in Schuss halten will, kommt an einer Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung nicht vorbei. Mit ihr lässt sich der Stickstoff-Vorfülldruck an Blasen-, Membran- oder Kolbenspeichern messen, nachfüllen oder ablassen, ohne den Speicher zu demontieren. Üblich sind Geräte mit Manometer im Bereich 0–25 bar oder 0–250 bar, Füllschlauch und Adaptersatz für die gängigen Anschlüsse. Bei Partbase erhalten Sie Vorrichtungen und Zubehör von Bosch Rexroth und Hydac für Instandhaltung, Serviceeinsatz und Erstinbetriebnahme.
Aufbau und Funktion einer Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung
Eine Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung besteht im Kern aus einem Prüfblock mit Innensechskant, einem Manometer, einem Ablassventil und einem Füllschlauch. Über den Prüfblock wird die Vorrichtung direkt auf das Gasventil des Speichers geschraubt. Der Füllschlauch verbindet das Gerät mit einer Stickstoffflasche und einem geeigneten Druckminderer.
Im Prüfbetrieb lässt sich der Stickstoffdruck ablesen, ohne dass Gas entweicht. Soll der Vorfülldruck reduziert werden, lässt das Ablassventil definiert Gas ab. Beim Befüllen strömt Stickstoff aus der Flasche über das Rückschlagventil in den Speicher. Dabei muss der Speicher flüssigkeitsseitig entlastet sein – sonst sind Messwerte verfälscht und die Blase wird beschädigt.
Typische Anwendungen der Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung
Der Vorfülldruck eines Hydraulikspeichers verändert sich im Betrieb durch Diffusion langsam, aber stetig. Stimmt er nicht mehr, leidet die Funktion des Aggregats: Druckspitzen werden schlechter gedämpft, Pulsationen nehmen zu, und in Notabschaltkreisen fehlt unter Umständen das Reservevolumen.
Die Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung kommt deshalb regelmäßig bei Wartungsintervallen an Hydraulikaggregaten, bei der Inbetriebnahme neuer Pressen und Spritzgießmaschinen sowie beim Service an mobilen Arbeitsmaschinen zum Einsatz. Auch die Funktionsprüfung von Notabsenk- und Notlenkkreisen gehört dazu. Überall dort, wo Blasen-, Membran- oder Kolbenspeicher verbaut sind und ihre Funktion dokumentiert nachgewiesen werden muss, ist das Gerät ein Standardwerkzeug.
Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung richtig auswählen
Für die Auswahl sind drei Punkte entscheidend: der Messbereich, der Speicheranschluss und die benötigten Adapter. Übliche Manometer decken 0–25 bar für kleine Membranspeicher und 0–250 bar für Standard-Blasenspeicher ab; für Hochdruckanwendungen sind 0–400 bar gängig. Wählen Sie den Bereich so, dass der Sollwert in der oberen Hälfte der Skala liegt.
Beim Anschluss sind M28x1,5, 5/8"-18 UNF, 7/8"-14 UNF und 8VI verbreitet. Bosch Rexroth und Hydac verwenden teils eigene Gewinde an ihren Speichern, weshalb die richtige Kombination aus Prüfblock und Adapter wichtig ist. Wer mehrere Speichertypen betreut, fährt mit einem Komplettset im Koffer am sichersten.
Merkmal | Empfehlung |
|---|---|
Messbereich Niederdruck | 0–25 bar |
Messbereich Standard | 0–250 bar |
Messbereich Hochdruck | 0–400 bar |
Anschluss Standard | M28x1,5 |
Adapter | 5/8", 7/8", 8VI |
Sicherheit und Handhabung der Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung
Vor jeder Prüfung muss der Speicher flüssigkeitsseitig vollständig entlastet werden. Erst danach wird die Hydraulik Füll- und Prüfvorrichtung auf das Gasventil geschraubt und langsam geöffnet. Schnelles Öffnen verfälscht die Anzeige und kann die Speicherblase schädigen.
Zum Befüllen wird ausschließlich Stickstoff verwendet – niemals Druckluft oder Sauerstoff. Reicht der Flaschendruck nicht mehr aus, ist ein neuer Behälter erforderlich; der Druckminderer zwischen Flasche und Vorrichtung schützt das Manometer vor Überdruck. Nach der Arbeit wird das Restgas aus Schlauch und Prüfblock kontrolliert über das Ablassventil entlüftet, bevor das Gerät abgeschraubt wird. Eine kurze Sichtprüfung an Dichtungen, Schlauch und Manometer gehört zu jedem Einsatz.