Hydraulik Zugankerzylinder

Ein Zugankerzylinder ist ein Linearantrieb, dessen Endkappen über außenliegende Zuganker mit dem Zylinderrohr verspannt werden. Die Bauform findet sich in Werkzeugmaschinen, Pressen, der Automobilfertigung und pneumatischen Handlingsystemen. Bei Partbase sind hydraulische und pneumatische Ausführungen von Bosch Rexroth, Aventics und Hawe mit unterschiedlichen Hublängen und Kolbendurchmessern verfügbar.

Zugankerzylinder — Aufbau, Auswahl und Einsatz

Der Zugankerzylinder verbindet seine beiden Endkappen über vier außenliegende Zuganker mit dem Zylinderrohr und überträgt darüber die Druckkraft. Diese Bauweise hält Einbaumaße kompakt und erlaubt eine spätere Demontage zur Wartung. Im Sortiment von Partbase stehen hydraulische und pneumatische Ausführungen nach ISO 6431 sowie nach NFPA-Empfehlungen, ergänzt um Zubehör und Dichtungssätze von Bosch Rexroth, Aventics und Hawe.

Aufbau und Funktionsprinzip

Ein Zugankerzylinder besteht aus Zylinderrohr, vorderer und hinterer Endkappe, Kolben mit Kolbenstange sowie vier durchgehenden Zugankern, die beide Endkappen mit definiertem Drehmoment gegen das Rohr verspannen. Die Druckkraft wird durch die mechanische Vorspannung der Anker aufgenommen, nicht durch eine Schweißnaht. Das Zylinderrohr ist innen feinstgehont, die Kolbenstange außen geschliffen und meist hartverchromt. Wird Druck auf die Kolbenseite gegeben, fährt die Kolbenstange aus; bei Druck auf die Stangenseite fährt sie ein. Doppelt wirkende Ausführungen sind Standard, einfach wirkende Varianten mit Federrückstellung kommen seltener vor. Endlagendämpfung auf einer oder beiden Seiten reduziert Anschlagimpulse am Hubende. Der modulare Aufbau erlaubt es, Dichtsatz, Kolbenstange oder Endkappen einzeln zu tauschen, ohne den kompletten Zylinder zu ersetzen.

Hydraulische und pneumatische Ausführung

Hydraulische Zugankerzylinder arbeiten typischerweise bei Betriebsdrücken bis 210 bar und erreichen damit auch bei mittleren Kolbendurchmessern hohe Druckkräfte. Sie kommen in Werkzeugmaschinen, Pressen, Spannvorrichtungen und Prüfständen zum Einsatz. Pneumatische Zugankerzylinder nach ISO 6431 arbeiten bei 6 bis 10 bar und werden für Handling, Zuführungen, Klemmungen und Taktbewegungen verwendet. Beide Bauformen folgen dem gleichen mechanischen Aufbau, unterscheiden sich aber in Werkstoffen, Dichtungssystemen und der Auslegung der Zuganker. Bei Partbase finden Sie hydraulische Zugankerzylinder von Bosch Rexroth und Hawe sowie pneumatische Zylinder der Serie 167 von Aventics in Hublängen von wenigen Zentimetern bis über zwei Meter. Die Anschlussgewinde sind je nach Serie metrisch oder in Zoll ausgeführt.

Unterschied zu Rund- und Schweißzylindern

Rundzylinder gibt es in geschraubter und geschweißter Ausführung. Beim geschweißten Zylinder ist die hintere Endkappe fest mit dem Rohr verschweißt; das ergibt einen druckfesten, kompakten Aufbau, lässt sich aber nicht zerstörungsfrei zerlegen. Beim Zugankerzylinder werden die Endkappen über Zuganker verspannt. Das hat drei praktische Folgen: Der Zylinder lässt sich für Wartung und Dichtungswechsel öffnen, das Außenmaß bleibt schlank, und die Bauform ist normgerecht austauschbar. Geschweißte Zylinder eignen sich für hohe Drücke und raue Umgebungen, etwa im mobilen Einsatz. Zugankerzylinder sind die typische Wahl im stationären Maschinenbau, wo Wartbarkeit, definierte Anschlussmaße und der Tausch nach Norm wichtiger sind als maximale Druckreserve.

Auswahlkriterien in der Praxis

Vor der Auswahl steht die Auslegung. Maßgeblich sind Kolbendurchmesser, Kolbenstangendurchmesser, Hublänge, Betriebsdruck, Befestigungsart und Anschlussgewinde. Aus Kolbenfläche und Druck ergibt sich die theoretische Druckkraft; bei langen Hüben ist zusätzlich die Knicksicherheit der Kolbenstange zu prüfen.

  1. Kolbendurchmesser nach erforderlicher Druckkraft auslegen
  2. Hublänge inklusive Reserve und Knicksicherheit der Kolbenstange prüfen
  3. Befestigungsart festlegen: Fußbefestigung, Flansch, Schwenkauge oder Zapfen
  4. Anschlussgewinde und Leitungsquerschnitt mit der Steuerung abstimmen
  5. Endlagendämpfung und Sensorik für die Hubendlagen vorsehen
  6. Dichtsatz auf Medium, Temperatur und Geschwindigkeit abstimmen

Hersteller und Sortiment bei Partbase

Im Sortiment finden Sie hydraulische Zugankerzylinder von Bosch Rexroth in CETOP-Bauweise mit Kolbendurchmessern von 40 bis 200 mm und beidseitiger Endlagendämpfung. Hawe ergänzt das Programm um Zylinder für Hochdruckanwendungen und Spannvorrichtungen. Pneumatisch liefert Aventics die Serie 167 nach ISO 6431 in zahlreichen Hub- und Durchmesserkombinationen. Ergänzend führen wir Befestigungsteile, Schwenkaugen, Flansche und passende Dichtungssätze als Ersatzteile, sodass sich Zylinder über die übliche Wartungsperiode hinaus instandhalten lassen. Die Unterkategorie Hydraulik Zugankerzylinder umfasst rund hundert Artikel, die nach Hub, Durchmesser und Befestigung gefiltert werden können.

FAQ

Was bedeuten P und T in der Hydraulik?

P steht für den Druckanschluss (Pressure), über den das Hydraulikaggregat den Volumenstrom mit Systemdruck einspeist. T steht für den Tankanschluss (Tank), über den das Öl drucklos in den Behälter zurückläuft. Beim Zugankerzylinder selbst werden die beiden Arbeitsanschlüsse üblicherweise mit A und B bezeichnet. Die Bezeichnungen P und T finden sich auf Ventilen, Schaltplänen und Anschlussplatten.

Lassen sich Zugankerzylinder verschiedener Hersteller untereinander austauschen?

Normgerechte Zugankerzylinder nach ISO 6431 (pneumatisch) oder nach NFPA-Empfehlungen (hydraulisch) sind in Anschlussmaßen und Befestigungsbohrungen weitgehend austauschbar. Voraussetzung ist, dass Kolbendurchmesser, Hublänge und Befestigungsart übereinstimmen. Herstellerspezifische Sonderserien können abweichende Maße aufweisen, weshalb vor dem Tausch die Maßblätter beider Zylinder zu vergleichen sind.

Wann ist eine Endlagendämpfung beim Zugankerzylinder sinnvoll?

Eine Endlagendämpfung ist sinnvoll, wenn bewegte Massen am Hubende abgebremst werden müssen, um Anschlagimpulse, Lärm und Verschleiß zu reduzieren. Sie wird besonders bei schnellen Taktbewegungen, schweren Werkstücken oder langen Hüben empfohlen. Zugankerzylinder sind in der Regel mit einseitiger oder beidseitiger Dämpfung erhältlich; die Auswahl richtet sich nach der Bewegungsrichtung und der Massenträgheit der Last.

Welche Befestigungsarten sind bei Zugankerzylindern üblich?

Gängige Befestigungsarten sind Fußbefestigung, Frontflansch, Rückflansch, Schwenkauge und Zapfen. Die Wahl hängt von der Kraftrichtung, dem verfügbaren Bauraum und der Kinematik der Maschine ab. Schwenkaugen ermöglichen eine winkelveränderliche Anlenkung, Flanschbefestigungen eignen sich für axial ausgerichtete Kräfte. Passende Befestigungsteile sind bei Partbase als Zubehör erhältlich.

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