Stromteiler Hydraulik — Funktion, Auswahl und Einsatz
Wer mehrere Zylinder oder Hydromotoren aus einer Pumpe speist, steht vor einem klassischen Gleichlaufproblem: Unterschiedliche Lastdrücke lenken den Volumenstrom zum Verbraucher mit dem geringsten Widerstand. Ein Stromteiler Hydraulik löst das, indem er das Teilungsverhältnis weitgehend lastunabhängig konstant hält. Für Synchronhub, Gleichlauf und parallele Verbraucher ist das die technisch sauberste Lösung — vorausgesetzt, Bauform und Dimensionierung passen zur Anwendung.
Funktionsprinzip vom Stromteiler Hydraulik
Der Stromteiler Hydraulik arbeitet im Kern mit zwei Messblenden und einem frei beweglichen Regelkolben. Der Eingangsstrom Qges fließt über beide Blenden auf die Verbraucherausgänge. An den Blenden entsteht jeweils ein Druckabfall. Werden die Lastdrücke ungleich, verschiebt sich der Regelkolben so weit, bis die Druckdifferenzen wieder ausgeglichen sind. Damit bleibt das Teilungsverhältnis — oft 50/50 — weitgehend konstant, auch wenn ein Zylinder mehr Last sieht als der andere. Bleibt ein Verbraucher stehen, schließt der Kolben den anderen Ausgang, um Förderstrom und Druck im System zu halten. Zahnradmengenteiler nutzen statt Blenden mehrere mechanisch gekoppelte Zahnradeinheiten; sie liefern eine deutlich exaktere Aufteilung, weil Leckage und Hysterese des Regelkolbens entfallen. Temperatureinflüsse auf die Viskosität und Druckverluste über den Teiler selbst bleiben bei beiden Bauarten relevante Auslegungsgrößen.
- Eingang: Gesamtförderstrom Qges von der Pumpe
- Ausgänge: 2 bis 12 Teilströme, meist 50/50 oder proportional
- Regelorgan: hydraulisch ausgeglichener Kolben oder gekoppelte Zahnräder
- Absicherung: Druckbegrenzungs- und Nachsaugventile gegen Druckspitzen
Bauformen vom Stromteiler Hydraulik
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Gruppen. Ventil-Stromteiler mit Blendenprinzip kommen als Einschraubventil oder in Plattenbauweise. Sie teilen typischerweise auf zwei Verbraucher, sind kompakt und decken Volumenströme im mittleren Bereich ab. Die Integration in Steuerblöcke ist unkompliziert, weil die Anschlussmaße genormt sind. Zahnradmengenteiler bestehen aus mehreren gleich großen Zahnradeinheiten auf einer gemeinsamen Welle. Durch die mechanische Kopplung ist das Teilungsverhältnis auch bei stark asymmetrischen Lastzyklen stabil — ein Vorteil gegenüber dem Blendenprinzip, der sich besonders bei mehr als zwei Verbrauchern oder hohen Gleichlaufanforderungen auszahlt. Einstellbare Stromteiler erlauben das gezielte Verändern des Teilungsverhältnisses, etwa wenn unterschiedliche Kolbenflächen einen festen 50/50-Teiler ausschließen. Für den Einbau sind Anschlussart, Nenngröße, maximaler Betriebsdruck und der zulässige Durchflussbereich maßgeblich. Hawe und Hydac bieten Zahnradmengenteiler für höhere Drücke und mehrere Teilströme; Stauff ergänzt das Sortiment mit Einschraubvarianten für kompakte Steuerblöcke.
Auswahlkriterien und Einsatz vom Stromteiler Hydraulik
Vor der Auswahl steht die Frage nach der Anwendung. Geht es um Zylindergleichlauf bei einem Hubtisch, reicht oft ein Ventil-Stromteiler im Verhältnis 50/50 mit Nachsaugventilen. Werden mehrere Hydromotoren parallel betrieben, bestimmt das Lastprofil, ob ein Ventil-Stromteiler oder ein Zahnradmengenteiler sinnvoller ist. Bei asymmetrischen Lastzyklen — etwa wenn ein Zylinder regelmäßig gegen erhöhten Gegendruck fährt — neigt der Ventil-Stromteiler zu Gleichlauffehlern durch Leckage und Hysterese; hier ist der Zahnradmengenteiler die robustere Wahl. Für die Auslegung sind vier Werte entscheidend.
- Durchfluss in l/min und gewünschtes Teilungsverhältnis
- Maximaler Betriebsdruck und Druckspitzen im Kreis
- Geforderte Gleichlaufgenauigkeit und Anzahl der Verbraucher
- Anschlussart, Bauraum und Integration in Steuerblock oder Leitung
Bauform | Typische Verbraucher | Gleichlaufgenauigkeit |
|---|---|---|
Ventil-Stromteiler | 2 Zylinder oder Motoren | mittel |
Zahnradmengenteiler | 2 bis 12 Verbraucher | hoch |
Einstellbarer Stromteiler | ungleiche Kolbenflächen | anwendungsabhängig |
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