Ventilgehäuse Hydraulik — Aufbau, Auswahl und Einsatz
Ein Ventilgehäuse Hydraulik bildet die mechanische und hydraulische Basis für Patronen-, Sitz- und Wegeventile. Es führt das Öl über interne Bohrungen zwischen Druckanschluss, Tank und Verbrauchern. Damit wird das Gehäuse zum zentralen Element jedes kompakten Steuerblocks. Typische Einsatzfelder sind Druckbegrenzungs-Funktionen, Schockabsicherungen an Hydraulikmotoren, Anschlussplatten in NG06/NG10 sowie kundenspezifische Steuerblöcke. Bei Partbase liegt der Schwerpunkt auf Bosch Rexroth, ergänzt um abgestimmte Ventiltechnik und Verschraubungen weiterer Hersteller aus der Industrie.
Aufbau und Funktion eines Ventilgehäuses in der Hydraulik
Ein Ventilgehäuse Hydraulik besteht aus einem massiven Block aus Aluminium oder Stahl, in den eine genormte Aufnahmebohrung (Cavity) sowie die Anschlusskanäle für Pumpe (P), Tank (T) und gegebenenfalls Verbraucher (A, B) eingebracht sind. In die Cavity wird das eigentliche Ventil eingeschraubt, zum Beispiel eine Druckbegrenzungspatrone vom Typ DBDS oder ein Sitzventil. Die Geometrie der Kanäle entscheidet darüber, ob das Gehäuse als Rohrleitungsgehäuse (In-Line), Winkelgehäuse oder als Mehrwegausführung arbeitet. Aluminium wird typischerweise bis etwa 250 bar eingesetzt, Stahl bis 350 bar und darüber. Zusätzlich sorgen Oberflächenbeschichtungen für Korrosionsschutz und definierte Dichtflächen an den Anschlüssen.
Bauformen und Varianten von Ventilgehäusen für Hydraulik
Ventilgehäuse unterscheiden sich vor allem nach Anzahl der Wege, Anschlussart und Schaltlogik. 2-Wege-Gehäuse dienen meist als einfache Druckbegrenzung oder Sperrfunktion, 3- und 4-Wege-Varianten übernehmen Wege- oder Stromregelaufgaben. Doppelventilgehäuse nehmen zwei Patronen in Reihen-, Parallel- oder Kreuzschaltung auf und ersetzen damit kleinere Steuerblöcke. Üblich sind Nenngrößen von NG06 bis NG30 mit Zollgewinden (G) oder metrischen Anschlüssen. Für Druckbegrenzungsventile der Reihe DBDS6 bis DBDS30 sowie für VLP-Patronen gibt es eigene Gehäusefamilien mit definierten Anschlussmaßen. Damit lassen sich Standardfunktionen abbilden und gleichzeitig herstellerspezifische Patronen von Bosch Rexroth, Hydac oder Hawe einsetzen.
Ventilgehäuse Hydraulik richtig auswählen
Vor der Auswahl müssen einige Eckdaten feststehen: maximaler Betriebsdruck, Nenndurchfluss, Hydraulikmedium und die geforderte Schaltfunktion. Daraus ergeben sich Nenngröße, Werkstoff und Cavity-Typ.
- Funktion und Schaltbild festlegen (Druckbegrenzung, Sperren, Wegeventil, Schockabsicherung).
- Patronen-Typ und Cavity definieren, z. B. DBDS6/10/30 oder VLP40/80/130.
- Anschlussart wählen: G-Gewinde, metrisch oder SAE.
- Werkstoff passend zum Druckniveau festlegen (Aluminium bis ~250 bar, Stahl bis 350 bar).
- Einbausituation, Platzbedarf und Anschlussrichtung prüfen.
Einsatzbereiche und Kombination mit weiteren Hydraulikkomponenten
Ventilgehäuse für Hydraulik kommen in Pressen, Hebezeugen, Werkzeugmaschinen, Land- und Baumaschinen sowie in stationären Aggregaten zum Einsatz. Sie sitzen häufig direkt an Hydraulikmotoren als Schockventilgehäuse oder werden in Steuerblöcken zu komplexen Schaltungen kombiniert. In Verbindung mit Filtern von Hydac, Verschraubungen von Stauff und Patronen von Bosch Rexroth oder Hawe entstehen abgestimmte Lösungen. Für mobile Anwendungen werden eher kompakte Aluminiumgehäuse gewählt, im Industrieumfeld dominieren Stahlausführungen. Bei Sonderanforderungen, etwa erhöhten Drücken oder speziellen Anschlussbildern, lassen sich Gehäuse als kundenspezifische Steuerblöcke ausführen.