Zahnringpumpen

Eine Zahnringpumpe ist eine innenverzahnte Verdrängerpumpe, bei der ein kleineres Innenzahnrad exzentrisch in einem Zahnring läuft und Flüssigkeit kontinuierlich von der Saug- zur Druckseite fördert. Eingesetzt wird sie in Schmierstoffsystemen, Öl-Umlaufschmierungen, Kühl- und Filterkreisläufen sowie zur Versorgung von Hydraulikaggregaten. Bei Partbase sind Zahnringpumpen in verschiedenen Nenngrößen, Wellenenden und Dichtungsvarianten verfügbar.

Zahnringpumpe — Aufbau, Funktion und Auswahl

Die Zahnringpumpe gehört zu den innenverzahnten Verdrängerpumpen und arbeitet mit einer Trochoidenverzahnung. Ein kleineres Innenzahnrad dreht exzentrisch im außen liegenden Zahnring und greift nur an einer Stelle ein; auf der gegenüberliegenden Seite entsteht der Förderraum. Die Bauform ermöglicht ruhigen Lauf, geringe Pulsation und kompakte Abmessungen — Eigenschaften, die für Schmier-, Kühl- und Filterkreisläufe an Mineralöl- und HLP-Druckflüssigkeiten genutzt werden.

Aufbau und Funktionsprinzip

Die Zahnringpumpe besteht aus Pumpengehäuse, einem außen liegenden Zahnring mit Innenverzahnung und einem kleineres, exzentrisch gelagerten Innenzahnrad. Das Innenrad besitzt einen Zahn weniger als der Zahnring. Beide Räder kämmen an einer Stelle miteinander, während auf der gegenüberliegenden Seite eine Förderkammer entsteht. Bei Drehung vergrößert sich das Volumen auf der Saugseite, das Medium strömt nach. Auf der Druckseite verkleinert sich das Volumen, die Flüssigkeit wird in die Druckleitung gedrückt. Die kontinuierliche Drehbewegung erzeugt einen gleichmäßigen Förderstrom mit niedrigem Pulsationsniveau. Steuernieren in den seitlichen Druckplatten verbinden die Förderkammern mit Saug- und Druckanschluss. Axiale Druckfelder gleichen Spalte aus und stabilisieren den volumetrischen Wirkungsgrad über den Drehzahl- und Viskositätsbereich.

Abgrenzung zu Außenzahnrad- und Innenzahnradpumpe

Zahnringpumpe, Innenzahnradpumpe und Außenzahnradpumpe gehören zur Gruppe der Verdrängerpumpen, unterscheiden sich aber im Aufbau. Bei der Außenzahnradpumpe kämmen zwei gleich große Zahnräder gegensinnig im Gehäuse. Sie ist robust, aber lauter und weist eine höhere Pulsation auf. Die Innenzahnradpumpe (Sichelpumpe) führt zwischen Innen- und Außenzahnrad eine feststehende Sichel; die Zähnezahl unterscheidet sich deutlich. Bei der Zahnringpumpe liegt nur ein Zahn Differenz vor, eine Sichel entfällt, die Verzahnung ist trochoidisch. Daraus ergeben sich ruhiger Lauf, geringe Geräuschemission und gute Eignung für Schmier- und Filterkreisläufe.

Merkmal

Außenzahnradpumpe

Innenzahnradpumpe

Zahnringpumpe

Verzahnung

außen

innen mit Sichel

trochoidisch innen

Geräusch

höher

mittel

niedrig

Pulsation

deutlich

gering

sehr gering

Typischer Druck

bis 250 bar

bis 300 bar

bis 30 bar

Anwendungsfelder im Hydraulik- und Schmiersystem

Zahnringpumpen kommen überall dort zum Einsatz, wo gleichmäßige Förderströme bei niedrigem bis mittlerem Druck gefragt sind. Typische Felder sind Öl-Umlaufschmierungen an Werkzeugmaschinen, Getriebeschmierungen, Kühl- und Filterkreisläufe in Hydraulikaggregaten sowie Vorförderpumpen vor Hauptpumpen im offenen Kreislauf. Auch in Einleitungsschmieranlagen mit hohem Gegendruck wird die Bauform genutzt. Sie eignet sich für mineralische Druckflüssigkeiten der Klassen HLP, HLPD, HVLP und HVLPD über einen weiten Viskositäts- und Drehzahlbereich. Gängige Nenngrößen liegen zwischen etwa 25 und 100 cm³ pro Umdrehung; übliche Betriebsdrücke bewegen sich um 15 bar bei Volumenströmen bis circa 120 l/min.

Auswahlkriterien für die Praxis

Bei der Auswahl einer Zahnringpumpe sollten mehrere Parameter geprüft werden, damit die Pumpe zur Anwendung passt. Halten Sie zunächst Förderstrom, Betriebsdruck und Druckflüssigkeit fest. Prüfen Sie anschließend Anbauflansch, Wellenende und Drehrichtung gegen die Schnittstelle des Aggregats.

  1. Nenngröße in cm³/U passend zum geforderten Volumenstrom und zur Antriebsdrehzahl wählen.
  2. Maximalen Betriebsdruck und Dauerdruck der Anwendung mit den Pumpendaten abgleichen.
  3. Druckflüssigkeit (HLP, HLPD, HVLP, HVLPD) und Viskositätsbereich gegen die Werkstoff- und Dichtungsfreigabe prüfen.
  4. Dichtungswerkstoff (NBR oder FKM) abhängig von Temperatur und Medium festlegen.
  5. Anbauflansch nach ISO 3019-2 sowie Wellenende und Passfeder prüfen.
  6. Drehrichtung (rechts- oder linksdrehend) und Durchtrieb für Tandemaufbauten beachten.

Sortiment und Hersteller bei Partbase

Im Bereich Zahnringpumpe konzentriert sich das Sortiment bei Partbase auf die Baureihe PGZ von Bosch Rexroth. Verfügbar sind verschiedene Nenngrößen, Anbauflansche nach ISO 3019-2, FKM-Dichtungen und unterschiedliche Wellenenden. Ergänzend führen wir passende Komponenten weiterer Hersteller wie Hydac, Hawe und Enerpac für den Aufbau kompletter Hydraulik- und Schmieraggregate, etwa Filter, Druckschalter und Hochdruckkomponenten. Die Auswahl ist auf industrielle Anwendungen im offenen Kreislauf ausgelegt: Kühlung, Filtration und Schmierkreisläufe an Werkzeugmaschinen, Pressen und Getrieben. Über die Filter im Shop grenzen Sie nach Nenngröße, Druck, Drehrichtung und Anschluss ein. Bei Bedarf unterstützt die technische Beratung von Partbase bei der Auswahl von Ersatz- und Austauschtypen.

FAQ

Wie funktioniert eine Zahnringpumpe?

Eine Zahnringpumpe fördert Flüssigkeit über ein exzentrisch laufendes Innenzahnrad, das in einem außen liegenden Zahnring mit Trochoidenverzahnung kämmt. Auf der Saugseite vergrößern sich die Zahnlücken, das Medium strömt ein. Auf der Druckseite verkleinert sich das Volumen, die Flüssigkeit wird in die Druckleitung verdrängt. Das Prinzip erzeugt einen gleichmäßigen Förderstrom mit sehr geringer Pulsation.

Welche Nachteile haben Zahnradpumpen gegenüber anderen Verdrängerpumpen?

Zahnradpumpen reagieren empfindlich auf harte Feststoffpartikel, da diese die Verzahnung beschädigen können. Das Verdrängungsvolumen ist konstant; eine Förderstromanpassung ist nur über die Drehzahl möglich. Außenzahnradpumpen erzeugen zudem höhere Geräusch- und Pulsationswerte. Bei niedrigen Viskositäten oder hohem Druck steigt die innere Leckage und der volumetrische Wirkungsgrad sinkt.

Wo liegt der Unterschied zwischen Zahnringpumpe und Kreiselpumpe?

Die Zahnringpumpe ist eine Verdrängerpumpe und erzeugt einen drehzahlproportionalen Förderstrom; sie eignet sich für viskose Medien wie Hydrauliköle und Schmierstoffe bei niedrigem bis mittlerem Druck. Eine Kreiselpumpe arbeitet nach dem Strömungsprinzip, liefert große Volumenströme bei niedrigem Druck und ist für dünnflüssige Medien ausgelegt. Für Schmier- und Filterkreisläufe ist die Zahnringpumpe die geeignetere Wahl.

Welche Druckflüssigkeiten sind für Zahnringpumpen freigegeben?

Zahnringpumpen sind typisch für mineralische Hydrauliköle der Klassen HLP, HLPD, HVLP und HVLPD sowie für übliche Schmieröle freigegeben. Der zulässige Viskositätsbereich ist dem Herstellerdatenblatt zu entnehmen und muss über den gesamten Betriebstemperaturbereich eingehalten werden. Bei schwerentflammbaren oder biologisch abbaubaren Sonderfluiden ist die Werkstoff- und Dichtungsfreigabe gesondert zu prüfen.

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