Lenkpumpe — Aufbau, Auswahl und Einsatz
Die Lenkpumpe ist die zentrale Druckquelle hydraulischer Lenksysteme und versorgt das Lenkventil mit dem nötigen Volumenstrom. In mobilen Arbeitsmaschinen, Nutzfahrzeugen und stationären Steuerständen ermöglicht sie die Übertragung von Lenkkräften mit geringem Bedienaufwand. Konstruktiv kommen Flügelzellen-, Zahnrad- oder Radialkolbenpumpen zum Einsatz — je nach Druckniveau, Förderstrom und Systemauslegung als Open- oder Closed-Center-Kreis.
Funktion und Aufbau einer Lenkpumpe
Eine Lenkpumpe wandelt mechanische Antriebsleistung in hydraulische Energie um. Sie wird meist über Riemen, Zahnrad oder direkt vom Motor angetrieben und fördert Hydrauliköl aus dem Tank zum Lenkventil oder Orbitrol. Dort wird der Volumenstrom in Abhängigkeit von der Lenkbewegung auf den Lenkzylinder verteilt. Typische Bauformen sind Flügelzellenpumpen für konstante Drücke um 80 bis 120 bar, Zahnradpumpen für robuste mobile Anwendungen und Radialkolbenpumpen für höhere Druckbereiche. Wichtige Bauteile sind Antriebswelle, Verdrängereinheit, Druckregelventil und Stromregelventil. Das Druckregelventil begrenzt den maximalen Systemdruck; das Stromregelventil hält den Volumenstrom auch bei steigender Drehzahl konstant. Saug- und Druckanschluss sind genormt, häufig in SAE- oder metrischer Ausführung.
Bauformen, Systemauslegung und Einsatzbereiche
Die Auswahl der passenden Lenkpumpe richtet sich nach Maschinentyp, Druckniveau und Förderbedarf. In Bootsanwendungen werden kompakte hydraulische Lenkpumpen mit integriertem Tank und Volumenströmen um 20 cm³ pro Umdrehung verbaut. In Nutzfahrzeugen kommen häufig Flügelzellenpumpen mit genormten Anschlussbildern zum Einsatz. Bei Bau- und Landmaschinen dominieren Zahnrad- und Radialkolbenpumpen mit höheren Förderleistungen. Für die Systemauslegung ist die Unterscheidung zwischen Open-Center- und Closed-Center-Kreisen relevant: Open-Center-Systeme lassen den Volumenstrom im Leerlauf drucklos umlaufen; Closed-Center-Systeme arbeiten bedarfsgerecht und eignen sich für Load-Sensing-Anwendungen. Elektrisch-hydraulische Lenkpumpen (EHPS) werden zunehmend in Fahrzeugen eingesetzt, bei denen kein mechanischer Antrieb verfügbar ist oder eine bedarfsgerechte Förderung gefordert wird.
Bauform | Druckbereich | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
Flügelzellenpumpe | 80–120 bar | Leichte Nutzfahrzeuge, Pkw |
Zahnradpumpe | 150–250 bar | Bau- und Landmaschinen |
Radialkolbenpumpe | bis 350 bar | Schwere Industrie, Sonderfahrzeuge |
Kompaktpumpe mit Tank | bis 70 bar | Boote, Steuerstände |
EHPS-Pumpe | je nach Auslegung | Fahrzeuge ohne mechanischen Antrieb |
Auswahlkriterien für die Lenkpumpe
Vor der Auswahl sind die Anforderungen des Lenksystems zu klären. Entscheidend sind Betriebsdruck, geforderter Volumenstrom in Liter pro Minute und die Antriebsdrehzahl. Die Drehrichtung muss zum Antrieb passen, da viele Pumpen nur in einer Richtung laufen. Bei Load-Sensing-Systemen ist zusätzlich die Druckdifferenzregelung der Pumpe zu berücksichtigen.
- Maximalen Systemdruck und Druckspitzen im Lenkkreis ermitteln
- Erforderlichen Volumenstrom anhand des Lenkzylinders und der Lenkgeschwindigkeit berechnen
- Systemauslegung klären: Open-Center, Closed-Center oder Load-Sensing
- Antriebsart, Drehzahlbereich und Drehrichtung der Pumpe abgleichen
- Anschlussbild, Wellenform und Befestigungsflansch mit der Bestandsmaschine vergleichen
- Hydrauliköl, Viskosität und Filterfeinheit des Systems berücksichtigen
Hersteller und Sortimentsschwerpunkte bei Partbase
Im Partbase-Sortiment sind Lenkpumpen und ergänzende Hydraulikkomponenten von Bosch Rexroth, Hydac und Hawe verfügbar. Bosch Rexroth liefert Zahnrad- und Radialkolbenpumpen sowie Steuerblöcke für mobile und stationäre Anwendungen. Hydac ergänzt das Programm um Filter, Druckspeicher und Zubehör für den abgesicherten Betrieb der Lenkpumpe. Hawe ist mit kompakten Hochdruckpumpen und Aggregaten für Sonderfahrzeuge und Industrieanlagen vertreten. Für die Wartung sind passende Dichtsätze, Hydraulikschläuche, Verschraubungen und Filterelemente im Sortiment. Bei speziellen Anforderungen — etwa ungewöhnlichen Anschlussbildern oder Load-Sensing-Auslegungen — steht das Partbase-Team für die Komponentenauswahl zur Verfügung.