Modulares Plattensystem Hydraulik im industriellen Einsatz
Ein modulares Plattensystem Hydraulik ersetzt die klassische Verrohrung zwischen einzelnen Ventilen durch eine kompakte Plattenbauweise. Mehrere Funktionssegmente werden hintereinander verschraubt und über interne P-, T- und Steuerkanäle verbunden. Daraus entsteht ein leckagearmer Steuerblock, der Wege-, Druck- und Stromventile sauber zusammenführt. Eingesetzt wird diese Bauweise vor allem in stationären Aggregaten, Pressen und Werkzeugmaschinen, in denen viele Funktionen auf wenig Bauraum verschaltet werden müssen. Die Plattenbauweise erleichtert spätere Erweiterungen, Service und Diagnose.
Aufbau und Funktionsprinzip eines modularen Plattensystems Hydraulik
Ein modulares Plattensystem Hydraulik besteht aus mehreren Grundelementen: einem Anfangs- bzw. Eingangssegment, beliebig vielen Funktionssegmenten und einem Endsegment. Die Segmente sind so konstruiert, dass die internen Kanäle für Druck (P), Tank (T) und Steuerleitungen über O-Ringe stoßdicht miteinander verbunden werden. Jedes Segment trägt eine Ventilfunktion, etwa Wegeventil, Druckbegrenzung, Reduzierventil oder Sperrfunktion. Hinzu kommen Distanzsegmente, Druckfiltersegmente, Speichersegmente und Anbauplatten für Druckschalter oder Sensoren. Die Bemessungsgröße orientiert sich am Nenndurchfluss in der P-Leitung, typischerweise von rund 50 l/min bis über 1.000 l/min. Durch die feste Lochbildgeometrie nach standardisierten Ventilanschlussbildern lassen sich Ventile verschiedener Hersteller wie Bosch Rexroth oder Hawe direkt aufsetzen. Das reduziert Verrohrung, Verschraubungsstellen und damit potenzielle Leckagepfade deutlich.
Einsatzfelder für ein modulares Plattensystem Hydraulik
In der Praxis findet sich diese Bauweise überall dort, wo mehrere hydraulische Verbraucher koordiniert angesteuert werden. Typische Anwendungen sind hydraulische Pressen, Spann- und Werkstückaufnahmen, Werkzeugmaschinen, Prüfstände und stationäre Aggregate in der Stahl- und Papierindustrie. Auch in Pumpenstationen und Speicheranlagen kommen Plattensysteme zum Einsatz, weil Druckbegrenzung, Speichersicherung und Filterung in einem Block zusammengeführt werden können. Im Bereich Werkstückspannung ist das modulare Magnetsitzventil VP von Enerpac ein gutes Beispiel: bis zu acht Ventile lassen sich verketten, der Betriebsdruck reicht bis 350 bar, der Nenndurchfluss liegt bei 7 l/min bei Nenndruck. Aus standardisierten Bausteinen entsteht so eine Steuerung, die ohne Sonderkonstruktion auf die jeweilige Anwendung abgestimmt werden kann.
Auswahlkriterien für ein modulares Plattensystem Hydraulik
Für die Auswahl zählen vor allem Druckniveau, Volumenstrom und Funktionsumfang. Aus diesen drei Größen ergibt sich die passende Baugröße und damit das Ventilanschlussbild der Segmente. Zu beachten sind außerdem:
- Maximaler Betriebsdruck und Druckspitzen im System
- Nenndurchfluss in P-Leitung und Rücklauf
- Anzahl und Art der Verbraucher (einfachwirkend, doppeltwirkend, sperrend)
- Notwendige Zusatzfunktionen wie Druckfilter, Speicher, Druckschalter
- Ansteuerung: Magnet 24 V DC oder 110 V AC, Proportional, manuell
- Einbaulage, Bauraum und Anschlussgewinde, zum Beispiel G1/4 oder größer
- Erweiterbarkeit für spätere Funktionsergänzungen
Hersteller und Sortiment für ein modulares Plattensystem Hydraulik bei Partbase
Im Partbase-Sortiment für modulare Plattensysteme finden Sie Komponenten von Bosch Rexroth, Hawe, Hydac, Enerpac und Stauff. Bosch Rexroth deckt mit dem Programm IH 20 ein breites Spektrum an Baugrößen ab, von rund 50 l/min in DN 15 bis 1.000 l/min in DN 62. Hawe und Hydac liefern ergänzende Ventilplatten, Sperr- und Druckventile, die sich in viele Steuerblöcke integrieren lassen. Für werkstückspannende Anwendungen sind die Enerpac-Magnetsitzventile der VP-Serie verfügbar – verkettbar bis zu acht Ventilen, mit eingebauter Filtration und Rückschlagventil. Stauff liefert Verschraubungen, Klemmschellen und Messanschlüsse, die den Aufbau eines Steuerblocks abrunden. Auf Anfrage stellen wir passende Segmentkombinationen, Adapterplatten und Ersatzteile zusammen und prüfen die Kompatibilität zu bestehenden Schaltplänen.