Multimessgerät Hydraulik im Service-Einsatz
Ein Multimessgerät Hydraulik ist das zentrale Werkzeug, wenn an einer Anlage mehrere Messwerte gleichzeitig betrachtet werden müssen. Druck, Volumenstrom und Temperatur lassen sich parallel erfassen, ohne mehrere Einzelinstrumente anschließen zu müssen. Das spart Zeit bei der Fehlersuche und macht Veränderungen am System unmittelbar sichtbar. In der Praxis kommt das Gerät bei Inbetriebnahmen, Wartungsintervallen und bei der Beurteilung von Pumpenwirkungsgraden zum Einsatz. Bei Partbase erhalten Sie passende Modelle und Zubehör von Herstellern wie Hydac, Stauff und Hawe.
Aufbau und Funktionsweise eines Multimessgeräts Hydraulik
Ein Multimessgerät Hydraulik besteht im Kern aus einem Bediengerät mit Display und mehreren Sensoreingängen. Angeschlossen werden typischerweise Drucksensoren, ein Volumenstromsensor mit Turbinen- oder Zahnradmesswerk sowie ein Temperaturfühler. Die Sensoren liefern ihre Signale digital oder analog an die Auswerteeinheit, die die Werte synchron darstellt und aufzeichnet. Viele Geräte arbeiten mit einer internen Datenaufzeichnung, sodass sich Druckspitzen, Lastspiele und Erwärmungsverhalten später auswerten lassen. Über Schnittstellen wie USB oder Bluetooth gelangen die Messdaten in Software zur Auswertung. Für die Praxis gilt: Die Sensorik muss auf den Arbeitsdruck der Anlage abgestimmt sein. Wer regelmäßig an unterschiedlichen Systemen misst, sollte mehrere Druckbereiche im Koffer haben.
Messgrößen am Multimessgerät Hydraulik
In der Hydraulik sind drei Messgrößen besonders aussagekräftig: Druck, Volumenstrom und Öltemperatur. Ein Multimessgerät Hydraulik erfasst diese Größen parallel und macht Zusammenhänge sichtbar, die mit Einzelmessungen leicht übersehen werden. Sinkt zum Beispiel der Volumenstrom bei steigender Temperatur, deutet das auf innere Leckagen an der Pumpe hin.
In der Praxis sind Systemdruck und Druckabfall über Ventilen oder Filtern ebenso relevant wie der Förderstrom der Pumpe unter Last und im Leerlauf. Die Öltemperatur wird sinnvollerweise am Tank, am Pumpenausgang und am Rücklauf erfasst; manche Geräte bieten zusätzlich einen Drehzahleingang. Einige Modelle berechnen daraus die hydraulische Leistung in Kilowatt, sodass sich der Wirkungsgrad einer Pumpe direkt ablesen und mit den Sollwerten aus dem Datenblatt vergleichen lässt.
Multimessgerät Hydraulik richtig auswählen
Die Auswahl beginnt beim maximalen Arbeitsdruck. Für mobilhydraulische Systeme reichen meist Sensoren bis 600 bar, in der Industrie sind 400 bar oft ausreichend. Der Volumenstromsensor sollte den im System üblichen Bereich abdecken, ohne im unteren Drittel zu arbeiten, sonst leidet die Genauigkeit.
Ein weiterer Punkt betrifft die Anschlüsse. Verbreitet sind Minimess-Anschlüsse nach ISO 15171-1, die ein druckloses Ankoppeln im Betrieb erlauben. Die passenden Diagnose-Kupplungen für die jeweilige Anlage sollten beim Kauf mitbedacht werden.
Für den Außendienst zählen Stoßschutz, ein helles Display und ausreichende Akkulaufzeit zu den praktischen Auswahlkriterien. Geräte für den Außeneinsatz sollten zudem eine IP-Schutzklasse von mindestens IP54 aufweisen, um gegen Staub und Spritzwasser geschützt zu sein. Für stationäre Prüfstände sind dagegen Geräte mit Netzbetrieb und größeren Speichermodulen sinnvoller. Hinsichtlich Messgenauigkeit orientieren sich viele Hersteller an Genauigkeitsklassen nach DIN EN ISO 4413; die Angaben im Datenblatt sollten mit den Anforderungen der Anlage abgeglichen werden.
Multimessgerät Hydraulik in Wartung und Instandhaltung
In der vorbeugenden Instandhaltung dient das Multimessgerät Hydraulik dazu, Zustandsdaten regelmäßig zu erfassen und Trends zu erkennen. Eine Pumpe, deren Förderstrom über Monate hinweg leicht abnimmt, kündigt ihren Verschleiß früh an. Mit dokumentierten Messreihen lassen sich Wartungstermine planen, statt auf Ausfälle zu reagieren.
Bei der Fehlersuche zeigt das Gerät, ob ein Druckverlust am Ventil, am Zylinder oder an der Pumpe entsteht. Nach einem Komponententausch ist eine Kontrollmessung sinnvoll, damit Einstellwerte sauber dokumentiert sind. Zu beachten ist auch das Kalibrierintervall der eingesetzten Sensoren: Hersteller empfehlen in der Regel eine jährliche Kalibrierung, um die Messgenauigkeit über die Zeit sicherzustellen. Passende Sensoren, Messschläuche und Diagnose-Kupplungen von Stauff und Hydac sind bei Partbase erhältlich, um vorhandene Geräte zu ergänzen oder einen kompletten Messkoffer zusammenzustellen.
