Rundstahlbügelschelle Hydraulik im praktischen Einsatz
In hydraulischen Anlagen muss jede Rohrleitung sauber geführt und gegen Vibrationen abgesichert sein. Die Rundstahlbügelschelle Hydraulik erfüllt genau diese Aufgabe: Ein gebogener Rundstahlbügel umschließt das Rohr und wird über eine Grundplatte oder direkt am Untergrund verschraubt. Gängig ist die Ausführung nach DIN 3570 Form A oder B. Im Partbase-Sortiment finden sich Größen von kleinen Nennweiten bis zu großen Durchmessern, dazu passende Muttern, Scheiben und Rohrauflagen.
Aufbau und Funktion der Rundstahlbügelschelle Hydraulik
Eine Rundstahlbügelschelle besteht aus einem U-förmig gebogenen Rundstahl mit beidseitigem metrischem Gewinde. Sie wird über das Rohr gelegt und mit Muttern und Scheiben gegen eine Konsole oder Grundplatte gespannt. In der Hydraulik ist die Ausführung nach DIN 3570 verbreitet, je nach Anwendung als Form A mit kürzerem Schenkel oder Form B mit längerem Schenkel. Die Schelle hält das Rohr in Position, nimmt Druckpulsationen auf und entkoppelt die Leitung vom Rahmen. Bei reinem Stahl-auf-Stahl-Kontakt ist die Geräuschübertragung allerdings hoch. Deshalb wird der Rundstahlbügel in der Hydraulik oft mit einer Rohrauflage aus PP oder PA kombiniert. Diese Auflage schützt das Rohr vor Scheuerstellen und dämpft Schwingungen ins Maschinengestell.
- Rundstahlbügel nach DIN 3570 Form A oder B
- Grundplatte oder Konsole als Gegenstück
- Muttern und Unterlegscheiben für die Verspannung
- optionale Rohrauflage aus PP oder PA
Bauformen und Werkstoffe der Rundstahlbügelschelle Hydraulik
Für die Hydraulik sind zwei Werkstofflinien relevant. Verzinkter Stahl deckt den Standardbereich im Maschinen- und Anlagenbau ab und ist die wirtschaftliche Wahl für trockene, geschützte Einbauumgebungen. Für Außenanlagen, Mobilhydraulik oder den Einsatz mit aggressiven Medien kommen Ausführungen aus Edelstahl A2 oder A4 in Frage. Bei der Bauform unterscheidet man kurze und lange Rundstahlbügel. Kurze Bügel sitzen direkt auf der Konsole und eignen sich, wenn das Rohr nah am Untergrund verläuft. Lange Bügel mit Rohrauflage geben dem Rohr mehr Abstand zur Befestigungsfläche — sinnvoll bei größeren Durchmessern und parallel geführten Leitungen. Typische Gewindegrößen reichen von M8 über M10 bis M16, passend zu den Rohraußendurchmessern. Im Partbase-Katalog finden Sie passende Modelle unter anderem von Hydac und Stauff.
Rundstahlbügelschelle Hydraulik richtig auswählen
Die Auswahl beginnt beim Rohraußendurchmesser. Eine Rundstahlbügelschelle wirkt nur dann zuverlässig, wenn der Bügelradius zum Rohr passt. Ist der Bügel zu groß, sitzt das Rohr lose und schwingt; ist er zu klein, wird das Rohr verformt oder die Schelle lässt sich nicht montieren. Hilfreich ist die Angabe der Nennweite oder direkt des Außendurchmessers in Millimeter. Danach kommt die Frage nach der Belastung. Für hohe Drücke und stark pulsierende Leitungen empfiehlt sich eine schwere Ausführung oder eine Kombination aus mehreren Schellen in kurzem Abstand. Bei Edelstahlrohren sollten Bügel und Befestigungsteile ebenfalls in Edelstahl ausgeführt sein, um Kontaktkorrosion zu vermeiden. Die Einbausituation entscheidet über die Form: Form A für direkten Anschluss an die Konsole, Form B mit längeren Schenkeln, wenn das Rohr Abstand zur Wand braucht.
Auswahlkriterium | Empfehlung |
|---|---|
Rohraußendurchmesser | Nennweite exakt zum Bügelradius wählen |
Medium und Umgebung | Verzinkt für innen, Edelstahl für außen und korrosive Medien |
Druckbereich | Bei Pulsation engerer Schellenabstand |
Einbauhöhe | Form A für nahen Sitz, Form B für mehr Abstand |
Montage und Praxis der Rundstahlbügelschelle Hydraulik
Zuerst wird die Grundplatte oder Konsole am Rahmen verschraubt, dann das Rohr aufgelegt und der Rundstahlbügel von oben über das Rohr geführt. Die Muttern werden zunächst handfest angezogen und das Rohr in seiner endgültigen Lage ausgerichtet. Erst danach erfolgt das Anziehen mit dem vorgesehenen Drehmoment — über Kreuz, damit der Bügel gleichmäßig sitzt. Der Abstand zwischen zwei Schellen richtet sich nach Durchmesser und Druckniveau. Bei kleinen Rohrdurchmessern in der Hydraulik liegt er typischerweise zwischen 0,5 und 1,5 Metern, bei größeren Durchmessern und höheren Drücken entsprechend kürzer. Eine durchgängige Rohrauflage aus Kunststoff verhindert Klappergeräusche und schützt die Rohroberfläche. Vor Inbetriebnahme empfiehlt sich eine Sichtprüfung aller Verschraubungen, nach den ersten Betriebsstunden ein kontrolliertes Nachziehen.