Hydraulikschläuche

Ein Hydraulikschlauch überträgt Druckflüssigkeit zwischen Pumpen, Ventilen, Zylindern und Motoren in hydraulischen Anlagen. Er kommt in Werkzeugmaschinen, mobilen Arbeitsmaschinen, Hebetechnik und stationären Aggregaten zum Einsatz, etwa an Pressen, Baumaschinen, Spannvorrichtungen und Prüfständen. Bei Partbase finden Sie konfektionierte Komplettschläuche, Armaturen, Schlauchsicherungen und Zubehör von Bosch Rexroth, Stauff, Hydac und Hawe für gängige Nennweiten und Druckstufen.

Hydraulikschlauch in der industriellen Hydraulik

In hydraulischen Anlagen verbindet der Hydraulikschlauch bewegliche und feststehende Komponenten und überträgt dabei Drücke, die je nach Bauart weit über 400 bar liegen können. Üblich sind Bauformen mit ein oder zwei Drahtgeflechten sowie spiralisierte Schläuche für hohe Belastungen. Die Auswahl richtet sich nach Innendurchmesser, Betriebsdruck, Medium, Temperatur und Anschlussgeometrie.

Aufbau und Funktion eines Hydraulikschlauchs

Ein Hydraulikschlauch besteht aus Innenseele, Druckträger und Außendecke. Die Innenseele leitet das Druckmedium und ist meist aus synthetischem Kautschuk oder Thermoplast gefertigt. Darüber liegen ein oder mehrere Drahtgeflechte oder Drahtspiralen, die den Betriebsdruck aufnehmen. Die Außendecke schützt das Geflecht vor Abrieb, Öl, UV und Ozon. Konfektioniert wird der Schlauch mit Pressarmaturen, die formschlüssig auf die Schlauchenden aufgepresst werden. Die Pressung muss genormten Vorgaben entsprechen, sonst ist die Druckfestigkeit nicht gesichert. Typische Bauformen sind 1SN und 2SN nach EN 853 für Drücke bis etwa 250 bar sowie 4SP, 4SH und R13 für Hochdruckanwendungen. In der Praxis bestimmt das Zusammenspiel von Nennweite, Druckstufe und Biegeradius, ob ein Schlauch für eine Anwendung geeignet ist.

Hydraulikschlauch auswählen: Nennweite, Druck und Anschluss

Für die Auswahl zählen vier Kerngrößen: Innendurchmesser, maximaler Betriebsdruck, Temperaturbereich des Mediums und Art des Anschlusses. Die Nennweite wird in DN oder Zoll angegeben und richtet sich nach dem benötigten Volumenstrom. Der Betriebsdruck muss mit einer Sicherheit gegen den Berstdruck gewählt werden, üblich ist Faktor vier. Beim Anschluss unterscheiden sich metrische DKOL- und DKOS-Verschraubungen, BSP-Zollgewinde, JIC, ORFS und SAE-Flansche — die Gewindenorm der Anlage muss also bekannt sein, bevor ein Schlauch gefertigt wird. Auch der minimale Biegeradius gehört zur Auslegung: ein zu enger Bogen reduziert die Lebensdauer erheblich. Schläuche von Bosch Rexroth und Stauff decken die gängigen Baureihen ab und sind bei Partbase in den üblichen Nennweiten verfügbar.

Hydraulikschlauch konfigurieren, pressen und reparieren

Konfektionierte Schläuche entstehen aus Meterware und passenden Pressarmaturen. Ein Konfigurator hilft, Schlauchtyp, Länge, Endarmaturen und Drehwinkel sauber zu kombinieren. Beim Pressen wird die Armatur mit definierter Kraft auf ein festgelegtes Pressmaß reduziert; ohne dieses Maß ist die Verbindung nicht freigegeben. Vor jedem Eingriff gilt: Anlage drucklos machen, Speicher entlasten und Restdruck am Manometer prüfen. Eine Reparatur besteht in der Regel aus dem Tausch der kompletten Schlauchleitung, nicht aus dem Flicken der Decke. Schäden an Außendecke, Geflecht oder Armatur sind ein Grund zum Austausch. Industriebetriebe nutzen häufig einen Schlauch-Service, der vor Ort konfektioniert, dokumentiert und nach DGUV Regel 113-020 prüft.

Armaturen, Schlauchsicherung und Beschriftung

Neben dem Schlauch selbst bestimmen die Armaturen die Verbindungsqualität zur Anlage. DKOL, DKOS, BSP, JIC und ORFS sind die verbreiteten Ausführungen; welche passt, hängt von der Verschraubungsnorm an Zylinder, Ventil oder Block ab. Schlauchsicherungen — Fangseile und Schlauchschellen — verhindern bei einem Schlauchriss das unkontrollierte Umschlagen der Leitung und sind in vielen Betrieben vorgeschrieben. Schutzhüllen aus Gewebe oder Spirale schützen vor Abrieb und Strahlungswärme, Halter und Schellen fixieren den Verlauf so, dass keine Reibstellen entstehen. Für die Wartung ist die Beschriftung auf der Außendecke maßgeblich: Herstellungsdatum, Druckstufe und Norm sind dort aufgedruckt; ergänzende Etiketten dokumentieren Tauschintervalle. Passende Armaturen von Stauff sowie Sicherungselemente und Zubehör für Anlagen mit Komponenten von Bosch Rexroth, Hydac und Hawe sind im Partbase-Sortiment gelistet.

FAQ

Was muss ich vor dem Öffnen einer Hydraulikschlauchleitung beachten?

Vor jedem Eingriff muss die Anlage vollständig drucklos sein. Dazu wird das Aggregat abgeschaltet, gegen Wiedereinschalten gesichert und der Druckspeicher über das Entlastungsventil entspannt. Abgestützte Verbraucher verhindern, dass Lastdruck auf der Leitung steht. Der Restdruck ist am Manometer oder Messanschluss zu prüfen. Erst bei null bar darf eine Verschraubung geöffnet werden.

Wann muss ein Hydraulikschlauch ausgetauscht werden?

Ein Austausch ist erforderlich, sobald die Außendecke aufgescheuert ist, das Geflecht sichtbar wird, Quellungen oder Knickstellen auftreten oder eine Armatur Leckagen zeigt. Reparaturen an der Schlauchleitung selbst sind nicht zulässig; es wird stets die komplette Leitung ersetzt. Unabhängig vom Zustand gilt nach DGUV Regel 113-020 eine maximale Verwendungsdauer, die der Hersteller vorgibt.

Welche Anschlussnormen sind bei Hydraulikschläuchen verbreitet und wie unterscheiden sie sich?

Gängig sind metrische 24°-Dichtkegel in leichter Reihe (DKOL) und schwerer Reihe (DKOS), BSP-Anschlüsse mit 60°-Kegel, JIC mit 37°-Kegel sowie flachdichtende ORFS und SAE-Flansche für hohe Drücke. Die Normen sind nicht untereinander kompatibel. Welcher Anschluss benötigt wird, bestimmt die vorhandene Verschraubung an Zylinder, Ventil oder Block in der jeweiligen Anlage.

Wozu werden Schlauchsicherungen eingesetzt und wann sind sie vorgeschrieben?

Schlauchsicherungen verhindern, dass eine Leitung bei einem Versagen unkontrolliert umschlägt und Personen gefährdet. Typische Ausführungen sind Fangseile aus Stahldraht, die an beiden Armaturen befestigt werden, sowie Schellen zur Fixierung am Maschinenrahmen. Vorgeschrieben sind sie überall dort, wo Personen im Gefahrenbereich arbeiten, etwa an Hebebühnen, Pressen oder Baumaschinen. Die Auswahl richtet sich nach Nennweite und Druckstufe.

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