Hydraulikrohre

Ein Hydraulikrohr ist eine starre Leitung aus Stahl oder Edelstahl, die Druckflüssigkeit zwischen Pumpe, Ventil und Verbraucher führt. Eingesetzt wird es in Hydraulikaggregaten, mobilen Arbeitsmaschinen, Pressen und in der allgemeinen Anlagentechnik. Bei Partbase finden Sie Hydraulikrohre in metrischen Standardgrößen sowie passende Komponenten von Bosch Rexroth, Hydac, Stauff und Hawe.

Hydraulikrohr — Auswahl, Maße und Einbau

Ein Hydraulikrohr verbindet die Komponenten einer Hydraulikanlage und transportiert die Druckflüssigkeit zuverlässig zwischen Pumpe, Steuerblock und Zylinder. Üblich sind nahtlose Präzisionsstahlrohre nach EN 10305-4, oft verzinkt oder phosphatiert, sowie Edelstahlausführungen für korrosive Medien. Die Auswahl orientiert sich an Außendurchmesser, Wandstärke und Nenndruck der Anlage. Im Sortiment bei Partbase finden Sie Hydraulikrohre und ergänzende Verbindungstechnik führender Hersteller wie Bosch Rexroth, Hydac und Stauff für den industriellen Einsatz.

Aufbau und Werkstoffe von Hydraulikrohren

Ein Hydraulikrohr ist in der Regel ein nahtloses, kaltgezogenes Präzisionsstahlrohr nach EN 10305-4. Der Standardwerkstoff ist E235+N (1.0308) für übliche Drücke, alternativ E355+N (1.0580) bei höheren Belastungen. Für korrosive Umgebungen kommen Edelstahlrohre nach EN 10216-5 zum Einsatz, etwa in 1.4571 oder 1.4541. Die Oberflächenbehandlung bestimmt den Korrosionsschutz: galvanisch verzinkt, phosphatiert oder mit EPOXY-Beschichtung. Die Innenoberfläche muss sauber und frei von Walzhaut sein, damit die Druckflüssigkeit nicht verunreinigt wird und Schneidringe sicher abdichten. Wandstärken bewegen sich typisch zwischen 1 mm und 4 mm, je nach Druckbereich und Bauteilgröße.

Hydraulikrohr: Abmessungen und Druckwerte

Hydraulikrohre werden über Außendurchmesser und Wandstärke spezifiziert. Bezeichnungen wie 10L, 12L oder 15L stammen aus der Verschraubungsnorm und beziehen sich auf die leichte Baureihe (L) für mittlere Drücke bis etwa 315 bar. Die schwere Baureihe (S) ist für höhere Nenndrücke ausgelegt und weist bei gleichem Außendurchmesser eine größere Wandstärke auf — relevant, wenn die Anlage dauerhaft über 315 bar arbeitet oder Druckspitzen auftreten. Für den Einkauf bedeutet das: Baureihe L reicht für die meisten stationären Anlagen; bei mobilen Maschinen oder Pressen sollte die S-Reihe geprüft werden. Eine kurze Übersicht typischer verzinkter Stahlrohre:

Außen-Ø

Wandstärke

Innen-Ø

Nenndruck ca.

6 mm

1,0 mm

4 mm

389 bar

8 mm

1,0 mm

6 mm

333 bar

10 mm

1,5 mm

7 mm

373 bar

12 mm

1,5 mm

9 mm

353 bar

15 mm

1,5 mm

12 mm

282 bar

18 mm

2,0 mm

14 mm

313 bar

22 mm

2,0 mm

18 mm

256 bar

28 mm

2,5 mm

23 mm

252 bar

Hydraulikrohr biegen und konfektionieren

Hydraulikrohre werden kalt gebogen, damit Gefüge und Wandstärke erhalten bleiben. Für saubere Radien ist ein Rohrbiegegerät mit passendem Biegesegment notwendig; ab etwa 18 mm Außendurchmesser kommt eine hydraulische Biegemaschine zum Einsatz. Der minimale Biegeradius liegt meist beim Zwei- bis Dreifachen des Außendurchmessers — abhängig von Wandstärke und Werkstoff. Vor dem Biegen und vor der Montage der Schneidringverschraubung muss das Rohr gratfrei und rechtwinklig abgelängt sein. Zu schnelles Trennen mit der Flex erzeugt Wärme, die das Gefüge lokal verändern kann; ein Rohrschneider oder eine gekühlte Säge ist vorzuziehen. Die Innenbohrung muss anschließend von Spänen befreit werden, bevor das Rohr in den Hydraulikkreislauf eingebaut wird.

Hydraulikrohr montieren und befestigen

Die Verbindung erfolgt überwiegend über Schneidringverschraubungen nach DIN 2353 bzw. ISO 8434-1. Der Schneidring schneidet beim Anziehen kontrolliert in die Rohraußenseite ein und erzeugt eine druckdichte, mechanische Verbindung. Voraussetzung ist eine zur Verschraubung passende Rohrqualität und Maßhaltigkeit. Lange Leitungswege werden mit Rohrhaltern abgefangen, häufig in Kunststoff-Doppelschalen nach DIN 3015. Hersteller wie Stauff und Bosch Rexroth bieten Halterserien in unterschiedlichen Baureihen. Die Halterabstände richten sich nach Rohrdurchmesser und Schwingungsbelastung; bei mobilen Maschinen werden engere Abstände gewählt. So bleibt das System ruhig, und Schwingungen schädigen die Verschraubungen nicht.

Hydraulikrohr im Sortiment bei Partbase

Im Bereich Rohrleitungstechnik führt Partbase Hydraulik-Stahlrohre in den gängigen Außendurchmessern von 6 bis 42 mm, ergänzt um Edelstahlausführungen und Rohrbögen für individuelle Leitungsverläufe. Ein Sortimentsschwerpunkt liegt auf verzinkten Präzisionsstahlrohren nach EN 10305-4, wie sie auch unter Bosch Rexroth-Artikelnummern (z. B. R900AN1408 oder R900UP0005) geliefert werden. Dazu passen Schneidringverschraubungen und Rohrschellen aus dem Programm von Stauff, sowie Komponenten von Hydac und Hawe für komplette Leitungsstränge.

FAQ

Welches Rohrbiegegerät eignet sich für Hydraulikrohre?

Für Hydraulikrohre bis etwa 15 mm Außendurchmesser reicht ein manuelles Rohrbiegegerät mit passendem Biegesegment. Ab 18 mm empfiehlt sich eine hydraulische Biegemaschine, damit die Wandstärke gleichmäßig bleibt und kein Falten entsteht. Entscheidend ist, dass das Biegesegment exakt zum Außendurchmesser des Rohres passt, um den Mindestbiegeradius einzuhalten.

Was bedeutet die Bezeichnung 15L bei einem Hydraulikrohr?

Die Bezeichnung 15L steht für ein Hydraulikrohr mit 15 mm Außendurchmesser in der leichten Baureihe nach DIN 2353. Das L kennzeichnet die leichte Serie für mittlere Drücke, während S die schwere Baureihe für höhere Nenndrücke bezeichnet. Verschraubungen, Schneidringe und Rohrhalter müssen zur jeweiligen Baureihe und zum Außendurchmesser passen.

Wie liest man eine Hydraulikrohr-Durchmessertabelle richtig?

Eine Durchmessertabelle listet Außendurchmesser, Wandstärke und den daraus resultierenden Innendurchmesser sowie den zulässigen Nenndruck auf. Aus Außendurchmesser und Wandstärke ergibt sich der Innendurchmesser, der den Volumenstrom bestimmt. Der Nenndruck hängt zusätzlich vom Werkstoff ab. Anhand dieser drei Werte lassen sich Rohr, Verschraubung und Halter aufeinander abstimmen.

Wann ist Edelstahl statt Stahl für ein Hydraulikrohr sinnvoll?

Edelstahlrohre nach EN 10216-5 in den Güten 1.4571 oder 1.4541 sind sinnvoll bei korrosiven Medien, aggressiven Umgebungen oder in der Lebensmittel- und Chemietechnik. Sie benötigen keine zusätzliche Beschichtung. Für klassische Hydraulikaggregate und mobile Maschinen bleiben verzinkte oder phosphatierte Präzisionsstahlrohre nach EN 10305-4 die wirtschaftlichere und technisch ausreichende Wahl.

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