Hydraulik Flansche

Hydraulikflansche sind druckfeste Verbindungselemente, die Rohre, Pumpen und Ventile in Hochdruck-Hydrauliksystemen sicher koppeln. Sie kommen im Maschinenbau, in Baumaschinen, in stationären Hydraulikaggregaten sowie in der Forst- und Landtechnik zum Einsatz. Im Sortiment von Partbase finden Sie SAE-Flansche, ISO-6164-Flansche, CETOP-Flansche, Flanschhälften und passende Dichtungen von Herstellern wie Bosch Rexroth, Stauff, Hydac und Hawe.

Hydraulikflansche im industriellen Einsatz

In Hochdruck-Hydrauliksystemen verbinden Hydraulikflansche Rohrleitungen, Pumpen und Steuerblöcke druckdicht und dauerhaft. Gegenüber Verschraubungen haben sie einen praktischen Vorteil: Auch bei großen Nennweiten und hohen Drücken lässt sich die Rohrgeometrie beim Anschluss unverändert lassen. Gebräuchlich sind SAE-Flansche nach J518, ISO-6164-Flansche für Stationäranwendungen und CETOP-Flansche an Ventilen – welche Bauform passt, hängt von Druckstufe, Anschlussart und Einbausituation ab.

Aufbau und Funktion der Hydraulikflansche

Ein Hydraulikflansch besteht im Kern aus einem Flanschkopf mit Anschlussbohrung, einer elastomeren O-Ring-Dichtung und den Klemmschalen oder Vollflanschen, die mit Schrauben gegen den Gegenflansch verspannt werden. Die Dichtung sitzt in einer eingearbeiteten Nut und wird beim Verschrauben axial vorgespannt – das ergibt eine hohe Dichtheit auch bei pulsierenden Drücken und Vibration. Hydraulikflansche sind deshalb besonders dort sinnvoll, wo häufige Demontagen, große Schlauchquerschnitte oder hohe Volumenströme zusammenkommen. Bei der Auslegung achten Konstrukteure auf Werkstoff (meist Stahl, verzinkt oder phosphatiert), Druckstufe sowie darauf, ob ein Schweißflansch, ein Bördelflansch oder ein Vollflansch mit Innengewinde zum übrigen Leitungssystem passt.

Bauformen von Hydraulikflanschen im Überblick

Im praktischen Einsatz haben sich mehrere Standards etabliert, die sich vor allem in Druckstufe und Geometrie unterscheiden.

  • SAE-Flansche nach SAE J518 in den Druckstufen Code 61 (Standarddruck) und Code 62 (Hochdruck) für mobile und stationäre Hydraulik.
  • ISO-6164-Flansche mit quadratischer Bauform, häufig an Hydraulikpumpen und Ventilen im stationären Bereich.
  • CETOP-Flansche für die direkte Verbindung von Ventilen und Steuerblöcken auf genormten Anschlussbildern.
  • Flanschhälften (Splitflansche) mit zwei Klemmschalen, die das Anflanschen ohne Drehen der Leitung erlauben.
  • Vollflansche mit Innengewinde, etwa BSP oder NPT, als Adapter zwischen Flansch- und Verschraubungswelt.
  • Blind- und Verschlussflansche zum Absperren ungenutzter Anschlüsse während Inbetriebnahme oder Wartung.

Hydraulikflansche richtig auswählen

Vor der Bestellung sind zwei Eckwerte vorrangig zu klären: Nenndruck und Nennweite. Code-61-Flansche decken den klassischen Bereich bis etwa 350 bar ab, Code-62-Ausführungen reichen bis rund 420 bar und darüber. Daneben ist das Anschlussbild entscheidend – Lochkreis, Schraubengröße und O-Ring-Nut müssen zum Gegenstück passen. Ein Code-61-Flansch lässt sich nicht mit einem Code-62-Gegenstück verschrauben, auch wenn die Nennweite identisch ist. Zu prüfen sind außerdem Werkstoff und Oberflächenschutz im Hinblick auf Korrosion, die Dichtungsqualität (NBR, FKM oder PU) passend zum Hydraulikmedium sowie die Schraubenklasse für die geforderte Vorspannung. Bei modularen Aggregaten ist sicherzustellen, dass der Flansch zum vorhandenen Pumpen- oder Ventilanschluss von Bosch Rexroth, Hawe oder Hydac passt.

Montage und Wartung von Hydraulikflanschen

Die Montage wirkt einfach, ist aber ein häufiger Ort für Leckagen. Sauberkeit hat dabei Vorrang: O-Ring und Dichtfläche müssen frei von Spänen, Lackresten und Beschädigungen sein. Die Schrauben werden über Kreuz und in mehreren Stufen mit dem vom Hersteller angegebenen Drehmoment angezogen, damit sich der Flansch gleichmäßig setzt und der O-Ring nicht einseitig gequetscht wird. Eine sichtbar nasse Dichtfläche ist ein frühes Warnsignal – oft genügt es, die Schrauben nachzuziehen oder den O-Ring zu erneuern, statt den kompletten Flansch zu tauschen. Bei Hochdruckanwendungen mit Code-62-Flanschen sind Schrauben der vorgegebenen Festigkeitsklasse zu verwenden, da Standardschrauben die Vorspannkraft auf Dauer nicht halten.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen SAE Code 61 und Code 62?

Code 61 und Code 62 unterscheiden sich in Druckstufe und Geometrie. Code-61-Flansche sind für den Standarddruckbereich bis rund 350 bar ausgelegt, Code-62-Flansche für Hochdruck bis etwa 420 bar. Code 62 hat einen kleineren Lochkreis und größere Schrauben. Beide Ausführungen sind nicht untereinander austauschbar, auch wenn die Nennweite identisch ist.

Wann sind Hydraulikflansche sinnvoller als Verschraubungen?

Hydraulikflansche sind vor allem bei großen Nennweiten ab etwa 1 Zoll, bei hohen Drücken und bei häufiger Demontage die bessere Wahl. Die Schraubenkraft verteilt sich auf mehrere Bolzen statt auf ein einzelnes Gewinde, was die Belastung am Anschlusspunkt reduziert. Flanschhälften ermöglichen zudem die Montage, ohne Schlauch oder Rohr drehen zu müssen.

Welche Dichtungswerkstoffe sind für Hydraulikflansche geeignet?

Standardmäßig kommen O-Ringe aus NBR zum Einsatz, die für Mineralöl-Hydrauliköle bis etwa 100 °C geeignet sind. Bei höheren Temperaturen oder aggressiven Medien werden FKM-Dichtungen verwendet. Für besonders hohe Drücke bieten Hersteller wie Stauff auch PU-Dichtungen an, die formstabiler sind. Die Werkstoffwahl richtet sich nach Medium, Temperaturbereich und Druckstufe.

Welche Flanschbauformen eignen sich für stationäre und welche für mobile Hydraulik?

Für stationäre Anlagen an Pumpen und Ventilen werden häufig ISO-6164-Flansche mit quadratischer Bauform eingesetzt. SAE-Flansche nach J518 sind in beiden Bereichen verbreitet, in der mobilen Hydraulik – etwa in Bau- oder Landtechnik – dominiert jedoch Code 61. CETOP-Flansche kommen speziell an Ventilen und Steuerblöcken zum Einsatz, unabhängig vom Anwendungsbereich.

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