Hydraulikschlauch Armaturen — Bauformen, Anschlüsse und Auswahl
Eine Hydraulikschlauch Armatur verbindet die Schlauchleitung mit Pumpe, Ventil oder Zylinder und muss Druck, Temperatur und Bewegung sicher übertragen. Die Auswahl hängt vom Anschlusstyp am Gegenstück ab, nicht vom Schlauch selbst. Gängig sind metrische Anschlüsse mit 24°-Dichtkegel, zöllige BSP-60°-Anschlüsse sowie UNF- und ORFS-Varianten aus dem amerikanischen Raum. Hinzu kommen Flansche und Ringnippel für Sonderfälle. Im Sortiment finden Sie Pressarmaturen in gerader, 45°- und 90°-Form, in Stahl und Edelstahl.
Hydraulikschlauch Armaturen: Aufbau und Funktion
Eine Hydraulikschlauch Armatur besteht in der Regel aus einem Nippel, der in den Schlauch eingeführt wird, und einer Pressfassung, die nach dem Verpressen die Zugkräfte aufnimmt. Der Nippel trägt am freien Ende den Anschluss, etwa einen Dichtkegel mit Überwurfmutter, ein Außengewinde oder einen Flanschkopf. Die eigentliche Dichtung sitzt nicht im Gewinde, sondern am Kegel oder am O-Ring. Das Gewinde übernimmt die mechanische Verspannung. Damit ergibt sich eine klare Aufgabenteilung: Die Pressverbindung sichert den Schlauch gegen Abziehen, die Dichtfläche am Anschluss verhindert Leckagen. Für die Auswahl bedeutet das, dass Anschlussform, Nennweite und Schlauchtyp zusammenpassen müssen. Eine Armatur ist immer für eine bestimmte Schlauchbaureihe nach EN 853, EN 856 oder ähnlichen Normen freigegeben.
Anschlussarten bei Hydraulikschlauch Armaturen
Die Anschlussart richtet sich nach dem Gegenstück an Pumpe, Block oder Zylinder — und das ist der entscheidende Ausgangspunkt nach dem Verständnis des Aufbaus. In Deutschland dominiert der metrische 24°-Dichtkegel nach DIN 2353, sowohl in der leichten Reihe (L) als auch in der schweren Reihe (S). Britische, skandinavische und italienische Maschinen arbeiten häufig mit BSP-60°-Anschlüssen. UNF mit 37°-Innenkegel und ORFS mit stirnseitigem O-Ring kommen vor allem in amerikanischen Maschinen vor. Für Hochdruckanwendungen mit großen Nennweiten werden SAE-Flansche eingesetzt, typischerweise in 3000- und 6000-psi-Ausführung. Ringnippel mit Hohlschraube sind eine kompakte Alternative an engen Bauräumen.
Für die Identifikation am Gerät sind vier Merkmale entscheidend: die Gewindebezeichnung am Gegenstück (M, G, UN/UNF, NPT), das Dichtprinzip (Kegel, O-Ring oder NPT-konisch), die Bauform (gerade, 45° oder 90°) sowie der Werkstoff — Stahl verzinkt oder Edelstahl. Verwechslungen zwischen ähnlichen Gewindemaßen, etwa M22x1,5 und G1/2 BSP, sind in der Praxis häufig und lassen sich nur mit Messschieber und Gewindelehre sicher ausschließen.
Hydraulikschlauch Armaturen richtig auswählen
Vor der Auswahl steht immer der Anschluss am Gerät. Prüfen Sie zuerst, ob das Gegenstück eine Überwurfmutter aufnimmt oder ein Außengewinde trägt — daraus ergibt sich die Bauform der Armatur. Messen Sie dann den Außendurchmesser des Gewindes und die Steigung, am sichersten mit Messschieber und Gewindelehre.
Im zweiten Schritt klären Sie die Nennweite des Schlauchs und die Schlauchbaureihe. Eine Armatur 12-L ist nicht beliebig mit einem Schlauch DN10 kombinierbar, sondern muss vom Hersteller für diese Kombination freigegeben sein. Achten Sie außerdem auf den maximalen Betriebsdruck, der nach DIN EN ISO 12162 angegeben wird. Bei Edelstahlanwendungen, etwa in der Lebensmittelindustrie oder Offshore, kommen 1.4571 oder vergleichbare Werkstoffe zum Einsatz. Für Sonderfälle wie Hochdruckreiniger, Druckluft am Übergang oder Vakuum gibt es eigene Bauformen, die im Sortiment separat geführt werden.
Montage und Wartung von Hydraulikschlauch Armaturen
Pressarmaturen sind in der Industrie Standard, weil sie eine reproduzierbare Verbindung mit definiertem Pressmaß liefern. Schraubarmaturen kommen dort zum Einsatz, wo keine Pressmaschine verfügbar ist oder Einzelleitungen im Feld konfektioniert werden müssen. Bei Pressarmaturen sind Abmantelmaß, Verdrehwinkel und Pressdurchmesser strikt einzuhalten. Die Werte stehen in der Tabelle des Armaturenherstellers und sind nicht frei wählbar.
Im Betrieb sollten Schlauchleitungen regelmäßig auf Scheuerstellen, Risse, Korrosion am Anschluss und nasse Stellen geprüft werden. Die DGUV Regel 113-020 gibt Richtwerte für Prüfintervalle und maximale Verwendungsdauer. Eine Armatur, deren Schlauch ausgetauscht wird, darf nicht nachgenutzt werden. Ein neuer Schlauch erhält immer neue Armaturen mit zur Pressmaschine passenden Pressbacken.