Hydraulik Rohrbogen — Bauformen, Auswahl und Einsatz
Ein Hydraulik Rohrbogen lenkt das Druckmedium um, ohne den Querschnitt der Leitung zu verändern. Eingesetzt wird er überall dort, wo Hydraulikrohre an Baugruppen vorbeigeführt werden müssen, etwa in Aggregaten, an Zylindern oder in beengten Maschinenrahmen. Üblich sind Winkel von 45° und 90°, meist als nahtloses Stahlrohr nach ISO 8434-1. Im Partbase-Sortiment finden Sie Ausführungen für DKOL- und DKOS-Anschlüsse sowie passende Größen für Leichtbau- und Schwerbaureihen.
Aufbau und Funktion vom Hydraulik Rohrbogen
Ein Hydraulik Rohrbogen besteht aus einem gebogenen Rohrabschnitt mit zwei genormten Anschlussenden. Die Biegung erfolgt kalt oder warm; der Innendurchmesser bleibt dabei weitgehend konstant, sodass der Strömungsquerschnitt nicht eingeschnürt wird. Druckverluste fallen dadurch geringer aus als bei zwei einzelnen Winkelverschraubungen — ein Unterschied, der bei langen Rohrstrecken mit mehreren Umlenkungen spürbar wird. Üblich sind nahtlose Präzisionsstahlrohre nach EN 10305 mit phosphatierter oder verzinkter Oberfläche. An den Enden sitzen Anschlüsse für 24°-Schneidringverschraubungen: DKOL für die Leichtbaureihe, DKOS für die Schwerbaureihe. Der Hydraulik Rohrbogen lässt sich damit direkt in bestehende Rohrleitungssysteme einbinden, ohne zusätzliche Adapter. Die Auslegung richtet sich nach Betriebsdruck, Rohraußendurchmesser und Wandstärke. Hersteller wie Bosch Rexroth und Stauff weisen die zulässigen Drücke je Reihe und Maß im Datenblatt aus.
Bauformen und Werkstoffe im Hydraulik Rohrbogen
Die häufigsten Bauformen sind der 90°-Bogen und der 45°-Bogen. Der 90°-Bogen kommt zum Einsatz, wenn die Leitung scharf um Baugruppen herumgeführt werden muss, etwa an Aggregaten oder Steuerblöcken. Der 45°-Bogen reduziert den Strömungswiderstand, wenn der Platz eine sanftere Umlenkung erlaubt. Für das Projektgeschäft gibt es Sonderwinkel und unterschiedliche Schenkellängen, wenn Standardmaße nicht passen.
Als Werkstoff dominiert Stahl, meist als nahtloses Rohr in den Reihen LL, L und S nach DIN 2353 bzw. ISO 8434-1. Kaltgebogene Rohre behalten ihr Gefüge weitgehend bei; warmgebogene Ausführungen erfordern je nach Werkstoff eine Wärmenachbehandlung, um Eigenspannungen abzubauen. Für korrosive Umgebungen — etwa in der Chemie oder Lebensmitteltechnik — sind Edelstahlausführungen in 1.4571 verfügbar. Die Oberfläche ist üblicherweise galvanisch verzinkt oder zink-nickel-beschichtet. Die Wahl der Reihe richtet sich nach dem Nenndruck der Anlage.
Auswahl vom passenden Hydraulik Rohrbogen
Für die Auswahl sind vier Angaben entscheidend: Außendurchmesser des Rohres, Wandstärke, Winkel und Anschlussart. Daraus ergibt sich die Baureihe — Leichtbau (L) oder Schwerbau (S) — mit dem jeweils zulässigen Nenndruck. Ein 12L-Bogen ist für andere Drücke ausgelegt als ein 12S-Bogen, obwohl beide den gleichen Außendurchmesser haben.
Der Biegeradius sollte mindestens dem dreifachen Rohrdurchmesser entsprechen, damit das Material an der Innenseite nicht zu stark gestaucht wird und der Widerstandsbeiwert ζ im vertretbaren Bereich bleibt. Zu enge Radien erhöhen den Druckverlust messbar und können bei Schwingbelastung zu Rissbildung führen. Vorgefertigte Hydraulik Rohrbogen sind hier der Eigenbiegung mit zu engem Radius vorzuziehen. Achten Sie auf kompatible Verschraubungen — DKOL passt nicht ohne Adapter auf DKOS. Bei wechselnden Lastspielen ist die Schwingfestigkeit relevant, die in den Datenblättern von Stauff oder Bosch Rexroth ausgewiesen ist. Für rückverfolgbare Anwendungen empfiehlt sich ein Abnahmezeugnis nach EN 10204.
Montage und Wartung vom Hydraulik Rohrbogen
Vor dem Einbau wird der Rohrbogen auf Grate, Riefen und saubere Anschlussflächen geprüft. Innenflächen müssen frei von Spänen und Konservierungsmitteln sein — Partikel im Hydrauliksystem verursachen Schäden an Ventilen und Pumpen, die weit teurer sind als der Bogen selbst. Beim Anziehen der Schneidringverschraubung gilt das vom Hersteller vorgegebene Anzugsmoment bzw. die Umdrehungszahl ab Anlagepunkt. Zu festes Anziehen verformt den Schneidring und führt zu Leckagen.
Rohrschellen — etwa aus dem Stauff-Programm — fixieren den Bogen in regelmäßigen Abständen und nehmen Schwingungen aus Pumpe oder Zylinder auf. Bei der Wartung lohnt ein Blick auf die Verschraubung: Ausgeschwitztes Öl an der Übergangsstelle deutet auf eine gelockerte Mutter oder einen verschlissenen Dichtkegel hin. Ein Tausch des kompletten Hydraulik Rohrbogen ist meist günstiger als das Nachschneiden vor Ort.