Hydraulik Prozessfilter

Ein Prozessfilter Hydraulik trennt feste und flüssige Verunreinigungen aus dem Druckmedium und schützt Ventile, Pumpen und Aktoren vor Verschleiß. Typische Einsatzfelder sind hydraulische Pressen, Spritzgießmaschinen, Werkzeugmaschinen und Schmieranlagen in der Schwerindustrie. Bei Partbase finden Sie Prozessfilter, Filterelemente und Gehäuse von Bosch Rexroth, Hydac, Hengst Filtration, Stauff und Hawe in unterschiedlichen Druckstufen und Filterfeinheiten.

Prozessfilter Hydraulik im industriellen Einsatz

Der Prozessfilter Hydraulik ist die zentrale Reinheitsstufe im Ölkreislauf. Er hält Partikel, Wasser und Alterungsprodukte zurück, bevor sie empfindliche Komponenten wie Servoventile oder Axialkolbenpumpen erreichen. In der Praxis entscheidet die Auswahl des passenden Filtertyps und der Filterfeinheit über Standzeit, Reinheitsklasse und Wartungskosten. Bei Partbase erhalten Sie Prozessfilter und passende Elemente von Bosch Rexroth, Hydac, Hengst Filtration und Stauff für Druck-, Saug- und Rücklaufanwendungen.

Aufbau und Funktion von Prozessfiltern Hydraulik

Ein Prozessfilter Hydraulik besteht aus einem druckfesten Gehäuse, einem Filterelement und meist einer Verschmutzungsanzeige. Das Element ist sternförmig gefaltet, damit eine möglichst große Filterfläche bei kompaktem Bauraum entsteht. Als Medien kommen Glasfaser, Metallgewebe oder Drahtmaschen zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach Anforderung an Feinheit, Schmutzaufnahmevermögen und Differenzdruck. Das Öl durchströmt das Element von außen nach innen. Dabei werden Partikel zurückgehalten, die sonst Spalte in Pumpen und Ventilen zerstören würden. Eine Bypass-Einrichtung öffnet sich bei zugesetztem Element und schützt vor Druckspitzen. Bei kritischen Anwendungen sollten Sie auf einen Bypass mit Anzeige verzichten und stattdessen eine Wartung vor Erreichen der Sättigung einplanen.

Bauformen: Prozessfilter Hydraulik nach Einbauort

In der Hydraulik unterscheidet man Druck-, Rücklauf- und Saugfilter sowie Nebenstromfilter. Welche Bauform sich eignet, hängt vom Schutzziel und vom Systemdruck ab. Druckfilter sitzen unmittelbar hinter der Pumpe und schützen nachgeschaltete Ventile und Aktoren. Sie werden für Niederdruck bis 60 bar, Mitteldruck bis 210 bar oder Hochdruck bis 450 bar ausgelegt. Rücklauffilter reinigen das Öl, bevor es zurück in den Tank fließt, und sind wartungsfreundlich am Behälter angeflanscht. Saugfilter mit gröberer Maschenweite halten Pumpen frei von Schmutzpartikeln aus dem Tank. Nebenstromfilter laufen parallel zum Hauptkreislauf und senken die Reinheitsklasse gezielt ab – sinnvoll dort, wo der Hauptkreislauf nicht unterbrochen werden kann.

Prozessfilter Hydraulik auswählen: Feinheit, Druck und Medium

Für die Auswahl zählen drei Größen: Nennweite und Volumenstrom, Betriebsdruck und geforderte Reinheitsklasse nach ISO 4406. Eine zu feine Filterstufe erzeugt unnötigen Differenzdruck und kurze Standzeiten. Eine zu grobe Stufe erlaubt Verschleiß an Servokomponenten. Üblich sind Feinheiten von 3 bis 25 µm absolut. Servoventile erfordern oft 3 bis 6 µm, klassische Wegeventile kommen mit 10 bis 25 µm aus. Spritzgießmaschinen und Schmieranlagen stellen dabei unterschiedliche Anforderungen: Erstere benötigen wegen der Servoachsen häufig engere Reinheitsklassen als einfache Schmierkreisläufe. Prüfen Sie zusätzlich die Verträglichkeit des Filtermediums mit dem Öl, besonders bei HFC-, HFD- oder Bioölen. Die folgende Übersicht zeigt typische Auslegungsparameter.

Kriterium

Typischer Bereich

Filterfeinheit

3–25 µm absolut

Betriebsdruck

6–450 bar

Reinheitsklasse

ISO 18/16/13 bis 20/18/15

Medien

Mineralöl, HFC, HFD, Bio

Wartung und Wechsel von Prozessfiltern Hydraulik

Die Standzeit eines Prozessfilters hängt vom Schmutzeintrag und vom Differenzdruck ab. Eine elektrische oder optische Verschmutzungsanzeige meldet, wenn das Element gesättigt ist. In der Praxis wechseln viele Betriebe zu fest definierten Intervallen, zum Beispiel bei jeder Wartung oder einmal pro Betriebsjahr. Vor dem Wechsel das System drucklos schalten und das Gehäuse entleeren. Beim Einbau auf saubere Dichtflächen und das passende Drehmoment achten. Nach jedem Filterwechsel empfiehlt sich eine Ölprobe, um die erreichte Reinheitsklasse zu prüfen – das schließt den Regelkreis zwischen Filterwahl und tatsächlichem Systemzustand. Verwenden Sie nur Originalelemente oder qualifizierte Ersatzelemente, damit Feinheit und Bypass-Kennlinie erhalten bleiben.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem Prozessfilter und einem Nebenstromfilter?

Ein Prozessfilter sitzt im Hauptstrom des Hydraulikkreislaufs und reinigt das gesamte Druckmedium, das durch das System fließt. Ein Nebenstromfilter arbeitet parallel dazu und behandelt nur einen Teil des Volumenstroms kontinuierlich. Nebenstromfilter eignen sich zur gezielten Absenkung der Reinheitsklasse über längere Betriebszeiten, ersetzen aber keinen Hauptstromfilter.

Welche Prozessfilter-Bauform eignet sich für Hochdruckanwendungen?

Für Betriebsdrücke über 210 bar kommen ausschließlich Druckfilter in Frage, da Rücklauf- und Saugfilter für diese Druckstufen nicht ausgelegt sind. Druckfilter werden bis 450 bar gefertigt und schützen direkt nachgeschaltete Servoventile oder Axialkolbenpumpen. Hersteller wie Bosch Rexroth und Hydac bieten entsprechende Baureihen mit passenden Hochdruckelementen an.

Können Prozessfilter Hydraulik auch mit synthetischen oder biologisch abbaubaren Ölen betrieben werden?

Ja, jedoch muss die Verträglichkeit von Filterelement und Dichtungswerkstoffen mit dem jeweiligen Medium geprüft werden. HFC- und HFD-Flüssigkeiten sowie Bioöle greifen bestimmte Elastomere und Glasfasermedien an. Hersteller wie Hydac und Hengst Filtration bieten medienspezifische Elemente und Gehäuse an, die für diese Betriebsstoffe freigegeben sind.

Wie erkenne ich, ob ein Ersatzelement für meinen Prozessfilter geeignet ist?

Entscheidend sind Außen- und Innendurchmesser, Länge, Filterfeinheit in µm absolut sowie die Bypass-Kennlinie des Elements. Originalelemente garantieren, dass diese Parameter mit dem Gehäuse übereinstimmen. Qualifizierte Ersatzelemente müssen dieselben Kennwerte aufweisen und vom Hersteller oder Lieferanten als kompatibel bestätigt sein, um Reinheitsklasse und Druckabfall nicht zu verändern.

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